Zu viel Verschleiß

Ich habe mich ja vor zwei Jahren gefreut, dass es für meinen alten Montageständer, der schon vor mir hier in der Werkstatt stand, neue Klemmen gibt, um Fahrräder aufzuhängen. Die neuen lassen sich besser bedienen und passen besser auch an großvolumige Rahmen. A-b-e-r: Die Gewinde, über die die Klauen festgeklemmt werden, verschleißen – und das ziemlich schnell. Ich hatte beide schon provisorisch repariert, also einfach einen anderen Gewindeteil benutzt. Jetzt ist aber das erste Gewinde ganz hinüber.

verschlissenes Gewinde
verschlissenes Gewinde

Jetzt kann ich versuchen, ein Ersatzteil zu bestellen, das dann wieder ein, zwei Jahre hält. Ich habe aber einen neuen Montageständer bestellt.

Rückblick VELOBerlin

Am Wochenende haben wir einen Familienausflug zur VELO gemacht. Eigentlich wollten wir Lastenräder ausprobieren, sowohl aus privatem als auch aus beruflichem Interesse. Wir haben uns aber vorher so viel anderes angeschaut, dass wir das dann nicht mehr geschafft haben…

Auch wenn ich eigentlich privat unterwegs war, ganz kann ich bei einer solchen Gelegenheit meine Arbeit nicht ausblenden. Zwei Sachen wollte ich mir genauer anschauen und ansonsten kann man ja immer ein paar Inspirationen mitnehmen, zumal ich auch Dinge entdeckt habe, die ich noch nicht kannte, z.B. Weehoo, eine Art Anhänge-Fahrrad für bis zu zwei Kinder.

Letzte Woche habe ich eine Spam-Mail bekommen, die ein Ladengestaltungselement aus verschiedenen Quadern mit quadratischer Grundfläche u.a. für die Präsentation von Fahrrädern bewarb. Fand ich ganz interessant, weil es sehr vielseitig ist. Jetzt konnte ich mir ein Bild davon machen. In der Messehalle aufgebaut gab es schon unterschiedliche Spalten zwischen den einzelnen Quadern. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das aussieht, wenn ich sowas auf meinem welligen Fußboden hier im Laden aufbaue.

Das war das eine. Packtaschen von Vaude habe ich mir bei der Gelegenheit auch genauer angeschaut, weil ich gerade überlege, Taschen von VAUDE oder Ortlieb in mein Sortiment aufzunehmen. VAUDE hat das grünere Image und außerdem ein umfangreiches Outdoor-Sortiment (u.a. Fahrradbekleidung). Bei Ortlieb müsste ich relativ (für meinen kleinen Laden) viel Ware bestellen. Allerdings finde ich die Ortlieb-Taschen bei genauerer Betrachtung im Detail durchdachter, außerdem ist das Sortiment (weil eigentlich „nur“ Taschenhersteller) vielfältiger. Ich werde noch ein paar Tage darüber nachdenken.

Zwischendurch sprach uns eine Versicherungsverkäuferin von der ARAG an, bzw. ging sie freundlich lächelnd zielstrebig auf meine Frau zu und fragte sie, ob wir denn ein Fahrrad hätten. „Ich habe ungefähr 200 Fahrräder,“ warf ich ein. OK, das war vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ihre augenblicklich stark entgleisten Gesichtszüge waren gut. Damit hatte ich die gute Frau dann doch etwas aus dem Konzept gebracht. Ich habe ihr glaubhaft versichert, dass die Räder in meinem Laden gut versichert sind. Nach unseren privaten Fahrrädern hat sie dann schon gar nicht mehr gefragt…

Neben dem vielen Input für den Kopf habe ich dann noch etwas Input für den Magen mitgenommen:FahrradnudelnFahrradnudeln. Gab’s am ADFC-Stand.

Plattentektonik

Unter dem Begriff Plattentektonik habe ich dereinst in der Schule gelernt, dass sich die Kontinentalplatten auf diesem Planeten bewegen und Gebirge, Vulkane, Erdbeben usw. produzieren. Daran musste ich denken, als mir auffiel, dass in den letzten zwei Jahren mein großer, schwerer Schubladenschrank seinen ursprünglichen Standort verlassen hatte, um irgendwann in den nächsten 150 Jahren gegen die nächste Wand zu donnern und vorher noch ein Regal zusammenzufalten.

links erst 2cm Lageveränderung
links erst 2cm Lageveränderung
rechts schon 4cm verrückt
rechts schon 4cm verrückt

Offenbar schließen wir die Schubladen dieses Möbels, das der Legende nach seinen Ursprung bei IBM haben soll, mit mehr Schwung als wir sie öffnen, so dass das massige Ungetüm bei jedem Schubladenschließen ein paar Mikrometer weiter von der Fuge weg driftet, an der es vor zwei Jahren mal ausgerichtet wurde. Mit dem Gliedermaßstab nachgemessen tun sich da Abgründe auf…

Das gefühlt mindestens eine Tonne schwere Ungetüm aus Stahl lässt sich auch nicht so einfach von einem Ort an einen anderen schieben. Allein schaffe ich das sowieso nicht, zu zweit klappt es auch nicht. Aber es gibt ja für jedes Problem jede Herausforderung eine Lösung – und in diesem Fall sogar ein passendes Werkzeug. Denn das, was in die eine Richtung funktioniert, funktioniert in die andere Richtung auch.

Nach ein paar Schlägen mit dem handlichen 5kg-Hammer auf ein zwischengelegtes Brett (Beulen wollte ich ja nun nicht produzieren) stand der Schrank nun wieder da, wo er hingehört – und mein Vermieter am frühen Morgen im Laden, um nachzusehen, ob wir gerade dabei sind, den Fußboden mit Gewalt auszubauen…

Schubladenschrank, Ausrichtungsfuge und Werkzeug
Schubladenschrank, Ausrichtungsfuge und Werkzeug

Termine

Am Wochenende wird ja bekanntlich die Fahrradmesse VELOBerlin stattfinden. Irgendwo habe ich gelesen, dass es das kostenlose Magazin dazu beim „Fachhändler deines Vertrauens“ gibt. Außerdem steht es seit Freitag hier bei mir im Laden, begleitet von Ermäßigungsgutscheinen, mit denen man zwei Euro weniger Eintritt zahlt, wenn man sonst den vollen Eintritt von neun Euro zahlen müsste.

VELOBerlin-Magazin, Gutscheine, rad&touren
VELOBerlin-Magazin, Gutscheine, rad&touren

Außerdem habe ich Freitag die aktuelle Ausabe „rad&touren“ zum Auslegen bzw. Verteilen bekommen. Das nehme ich mal eben zum Anlass, hier ein paar Termine zu vermerken. Vordergründig damit ich sie schneller wiederfinde, aber vielleicht findet der ein oder andere sie ja auch interessant:

  • Samstag/Sonntag, 16./17.04.: VELOBerlin
  • Sonntag, 24.04.: ADFC-Stand beim Kirschblütenfest in Teltow, mit Fahrradcodierung
  • Sonntag, 05.06.: Sternfahrt
  • Sonntag, 19.06.: Velothon
  • Samstag, 17.09.: Kreisfahrt
  • Montag, 03.10.: ADFC-Stand beim Stadtfest in Teltow, mit Fahrradcodierung

Rückblick: Saisoneröffnung 2016

Wenn man unser Arbeitspensum als Maßstab nimmt, dann hat die Fahrradsaison schon längst begonnen. Das hat uns aber nicht daran gehindert, gestern offiziell die Saisoneröffnung zu begehen. Dazu gab es sehr leckere Muffins von knurrt.com und leckere Getränke. Und eine neue Fußmatte am Eingang habe ich uns auch mal gegönnt.

Blick über die neue Fußmatte auf die Verpflegung
Blick über die neue Fußmatte auf die Verpflegung

Draußen standen die Gebrauchtfahrräder, von denen wir auch einige verkauft haben, und ein paar stark reduzierte Restposten.

Gebrauchträder und Restposten
Gebrauchträder und Restposten

Auch im Laden hatte ich ein paar Fahrräder mit einem zusätzlichen Kaufanreiz in Form von Rabatt versehen. Eigentlich sollten die auch draußen stehen, aber so viel Platz ist da nicht, jedenfalls nicht, ohne Parkmöglichkeiten und Fußgänger zu behindern. Also habe ich ein Plätzchen im Laden ausgewählt, welches eigentlich für Restposten aus dem Zubehör-Bereich gedacht war.

Angebote, die draußen keinen Platz mehr fanden
Angebote, die draußen keinen Platz mehr fanden

Wohin nun nur mit den ganzen anderen Sachen, die ich zu Sonderpreisen anbieten wollte? Nun, ich habe mir kurzerhand einen Akkuschrauber, ein paar leere Holzkisten aus dem Lager und ein paar Schrauben geschnappt und zwei „Regale“ zusammengeschraubt, mit Helmen an den Seiten dekoriert – und fertig ist die improvisierte Schnäppchen-Ecke! Bei der Bestückung habe ich Roman freie Hand gelassen. Da kann er sich auch in Zukunft ein bisschen „austoben“.

kleiner Kontrast: Schnäppchen-Ecke neben 3500-Euro-Fahrrad
kleiner Kontrast: Schnäppchen-Ecke neben 3500-Euro-Fahrrad

Den Plan, was wir in der Stunde vor Ladenöffnung am Samstag schaffen wollten, hatten wir dann auch fast komplett abgearbeitet. Zwei Punkte haben wir nicht geschafft (von denen einer mit einem „evtl.“ versehen war), was aber niemand gemerkt haben wird. Es weiß ja niemand, was da noch auf meinem Zettel stand.

Allgemein habe ich mich ja so langsam daran gewöhnt, nicht das zu schaffen, was ich irgendwann mal geplant habe. Ein gutes Beispiel dafür ist auch diese Saisoneröffnung wieder. Im Januar habe ich mir einen Plan gemacht, was ich alles innerhalb von drei Monaten erledigen möchte. Ungefähr 60 bis 70 Prozent davon habe ich geschafft. Und trotzdem bin ich voll zufrieden, sowohl mit dem Vorlauf, als auch mit dem Ablauf des Aktionstags selbst. Es gibt Leute, die bekommen negativen Stress, wenn ihre Pläne nicht aufgehen. Aber solange bei mir der Grund für die „Plan-Nichterfüllung“ immer wieder ist, dass mehr los war, als ich erwartet habe, bin ich ganz entspannt und freue ich mich sogar noch darüber. Also, liebe Leute, hindert mich weiter daran, das zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe! 😉

Der Saisoneröffnungs-Samstag selbst war auch wieder ein toller Tag, nicht nur wegen des schönen Wetters. Es war viel los, es waren viele nette Leute da, auch viele mit Geduld, und ich hoffe, dass niemand zu kurz gekommen ist. Ein Kunde ist mir zwischendurch abhanden gekommen, passiert leider mal. Vielleicht taucht er ja wieder auf, wenn nicht so viel los ist oder er mehr Zeit hat. Von den Angeboten ist auch ungefähr so viel, wie ich mir vorgestellt habe, weggegangen – und der Rest bleibt in jedem Fall diese Woche noch so stehen.

Fazit: Ich bin zufrieden, Essen und Getränke waren lecker – alles gut.

Umbaupause (noch 7 Tage)

Ein wenig Zeit in den etwas verregneten Tagen der nun zu Ende gehenden Woche habe ich genutzt, um aus Wänden im Fahrradladen nicht benötigtes Material zu entfernen, die entstandenen Löcher mit Dübeln und Schrauben auszufüllen und dabei ein paar Dinge an den Wänden anzubringen, die darauf teilweise schon zwei Jahre warten. Im Folgenden gibt es also einen kleinen Rundgang durch den Laden, obwohl der heute geschlossen bleibt.

Zunächst einmal die Vorher-Bilder: Rechts neben der Schwalbe-Wand wurden bisher drei nicht benötigte Steckdosen und ein Lichtschalter dem neugierigen Publikum präsentiert. Damit die Wand nicht ganz so kahl ist, habe ich noch die Schlauchgrößenübersicht von Schwalbe angebracht, außerdem wurden weiter unten meist Kartons zwischengelagert. Sollten sie nicht, aber da war halt Platz.

Leere Wand mit Steckdosen und Lichtschalter
Leere Wand mit Steckdosen und Lichtschalter

Dann hatten wir im vorderen Fahrrad-Ausstellungsraum gleich vorn an links das unansehnliche Helm- und Handschuhrestpostenregal und eine weitere weiße Wand. Die war übrigen nicht immer weiß. Und leider ist sie auch nicht mehr ganz so weiß, wie ich sie vor zwei Jahren angestrichen habe.

halb geräumtes Helmrestpostenregal bei den Jugendrädern
halb geräumtes Helmrestpostenregal bei den Jugendrädern

An der langen weißen Wand hinter den City- und Trekkingrädern wollte ich auch schon lange etwas ändern. Da steckt noch ein wenig Potenzial, die „Vorderradparade“ etwas aufzulockern. Aber dazu später mehr.

eng gestellte Fahrräder mit Potenzial im Hintergrund
eng gestellte Fahrräder mit Potenzial im Hintergrund

Einen Blick werfen wir noch in den unaufgeräumten hinteren Fahrradausstellungsraum (Zwei Blicke hatten wir ja vor kurzem):

Teure Fahrräder vor der Resterampe
Teure Fahrräder vor der Resterampe – und einem nicht ganz hübschen Heizkörper

Und so sieht es jetzt aus: Umbaupause (noch 7 Tage) weiterlesen

Kuscheln!

Liebe Autofahrer (m/w), da mir gestern unüblich viele von euch mit ihren Kraftfahrzeugen (private PKW, ein Taxi, Transporter, LKW und auch ein BVG-Doppeldecker) sehr nahe gekommen sind – so nah, dass ich den Sicherheitsabstand, den ich zum rechten Fahrbahnrand halte, mehrfach ausnutzen musste – , möchte ich kurz klarstellen:

Ich kann ja verstehen, dass ihr an einem solchen grauen, verregneten Tag ein gesteigertes Kuschel-Bedürfnis habt, aber:

  1. Dann lasst bitte wenigstens eure Blechhüllen fallen, ihr seid sonst so unnahbar.
  2. Können wir uns vielleicht erstmal kennen lernen? Ich mag nicht mit fremden Leuten kuscheln!
  3. Was Kuscheln angeht, bin ich mit Frau und Kindern, darunter ein Säugling, echt gut versorgt. Ich hab da wirklich kein Defizit, welches ihr ausgleichen könntet.
  4. Wenn es euch echt so wichtig ist, dann haltet kurz an und sagt mir das. Ich würde euch in der Notlage vielleicht sogar meinen Teddy leihen. Der steht nämlich schon seit Jahren ganz traurig (weil ungekuschelt) auf einem Regal. Ihr müsst nur mal einen Ton sagen. Ist echt kein Problem. Mach ich. Sogar mit Lätzchen und Windel, nur für den Fall der Fälle…

Alter, trauriger Teddy

PS: Da man bei solchem Wetter wegen höherer Rutschgefahr, längerer Bremswege und schlechterer Sicht sowieso vorsichtiger fährt, gehe ich mal davon aus, dass alle ganz selbstverständlich an ausreichende Sicherheitsabstände (sowohl nach vorn als auch zur Seite) gedacht haben.

Proviant (noch 12 Tage)

Ich war heute beim Getränkemarkt und habe zuerst einmal das Leergut vom letzten Jahr weggebracht („Das sind ja noch die großen Kästen von Coca-Cola! Die gibt es schon seit Monaten nicht mehr!! Aber wir nehmen sie noch mal zurück…“) und die bestellten Getränke für nächste Woche abgeholt. Ich bin zweimal gefahren. Sechs Getränkekisten wollte ich dem Anhänger und mir dann doch nicht zumuten. Ausgehalten hätte er es, da bin ich mir sicher. Aber es hätte sich sicher nicht so angenehm gefahren…

Getränke im "Kühlraum"
Getränke im „Kühlraum“

Gut, den Kasten Wasser hatte ich nicht vorbestellt. Da hab ich mir spontan einen ausgesucht. Aber so viel Proviant hätten sie ohne vorherige Bestellung nicht da gehabt.