Der Fahrradladen in einer anderen Zeit

Zur Zeit ist ja (und so soll es auch sein) ziemlich viel zu tun in meinem Fahrradladen. (Sieht man auch daran, dass hier so wenig neues zu lesen ist.) Normalerweise vergeht dann die Zeit immer ganz schnell und manchmal wünschen wir uns, dass die Zeit ein wenig langsamer vergeht.

Letzte Woche Dienstag kurz vor der Mittagspause warf ich einen Blick auf die Uhr, und da es erst kurz vor halb zwölf war und ich somit noch ein bisschen Zeit hatte, bevor ich mein Kindergartenkind abholen musste, beschloss ich, noch schnell ein Fahrrad auszupacken. Als das erledigt war (flüchtiger Blick auf die Uhr: kurz nach halb zwölf), begann ich, zwei weitere Fahrräder vom Verpackungsmüll zu befreien. Kurz vor drei viertel zwölf (auch: kurz vor viertel vor zwölf) freute ich mich darüber, dass ich so schnell war, wunderte mich, dass die Kirchturmuhr die Mittagsstunde ankündigte (musste wohl falsch gehen…) und brachte einen gut gefüllten gelben Sack und etwas Altpapier ins Lager.

Kurz nach drei viertel zwölf bereitete ich mich auf den Aufbruch vor, immer noch voll Freude, was ich in der Zeit alles geschafft hatte. Bevor ich meinen mobilen Fernsprecher in die Tasche steckte, warf ich noch einen Blick drauf: 12:13 Uhr. Schade, da passt sich das Verrinnen der Zeit im Fahrradladen mal unserem Arbeitspensum an – läuft aber draußen munter in normaler Geschwindigkeit weiter.

Fahrradladenuhr
(Symbolbild)

Ich hab dann mal die Batterie getauscht. Seitdem vergeht die Zeit wieder viel zu schnell…

Kostensenkung unerwünscht

„Frau Sparfuchs hier, vom Braunkohle- und Atomstromanbieter,“ meldete sich eine Stimme am Telefon, „ich möchte Ihnen ein Angebot machen, durch das Sie Ihre Energiekosten senken können.“

Oh, ein unerwünschter Werbeanruf… Auf ihre ungläubige Reaktion auf meine Antwort, dass ich an einer Kostensenkung gar kein Interesse habe, erklärte ich ihr kurz, dass ich mit meinem derzeitigen Stromanbieter sehr zufrieden bin und an einem Wechsel kein Interesse habe.

„Das ist schön, dass sie mit Ihrem Anbieter zufrieden sind. Das wollen wir auch gar nicht ändern. Dann nehme ich Sie mal von der Liste…“ Na hoffentlich. Und immerhin ist sie freundlich geblieben, auch bei der Verabschiedung. Das kommt ja auch nicht immer vor…

Naturstrom-ZertifikatIch denke, man kann die Welt auch kaputt-sparen. Ich habe sowohl privat als auch geschäftlich die Leute von Naturstrom damit beauftragt, Strom für mich zu kaufen. Und das aus zwei drei Gründen: Erstens haben die weder Kohle- noch Atomkraftwerke, zweitens vertreiben sie nur Ökostrom und drittens zahle ich noch etwas drauf, dass sie die Errichtung weiterer Ökostrom-Anlagen ermöglichen.

Ich kaufe auch nicht nur immer bei meinem billigsten Großhändler ein, dessen Außendienstmitarbeiter sich bei mir damit vorgestellt hat, dass sie die anderen mit „Schweinepreisen“ ärgern bzw. „schmutzige Preise“ machen. Gelegentlich kaufe ich da schon ein. Aber ich kaufe (neben anderen) auch gern bei einem kleineren Großhändler aus der Lausitz ein, bei dem ich zwar etwas mehr bezahle, dafür aber in der Nacht von Sonntag zu Montag bestellen kann und schon am Montagvormittag die Lieferung bekomme.

Man muss schon ein bisschen schauen, wo man sein Geld lässt. Kostensenkung mag kurzfristig vorteilhaft aussehen, auf Dauer ist sie es erfahrungsgemäß nicht unbedingt.

(Zitate sinngemäß)

Veranstaltungshinweis: Sternfahrt!

Es ist wieder so weit: Am Sonntag, den 05.06.2016, findet die alljährliche Sternfahrt nach und in Berlin statt! Irgendwann habe ich hier Zettel hingehängt und gedacht: „Ist ja noch lange hin…“ Dieses „lange hin“ steht jetzt plötzlich vor der Tür.

Hier in Teltow ist um 11:20 Uhr Treffpunkt am Ruhlsdorfer Platz. Ich werde eine andere Route wählen. Durch den Britzer Tunnel bin ich noch nicht gefahren…

Haibike-Highlight (der Inhalt des Kartons)

So, jetzt ist später.

ein Blick in den Karton
ein Blick in den Karton

Auf dieses Fahrrad warte ich schon ein paar Monate. Es war nicht so dringend, aber es ist schon blöd, wenn man sich auf einen Liefertermin freut, und dieser kurz vor dem Erreichen wieder verschoben wird.

noch ist ein wenig Verpackung zu entfernen
noch ist ein wenig Verpackung zu entfernen

Immerhin kam diese Lieferung jetzt eine Woche vor dem zuletzt bekanntgegebenen Termin. Das ist ja schon mal was. Und da ist es nun: Mein erstes „eigenes“ Kraftfahrzeug. Haibike XDURO Trekking S Pro, ein S-Pedelec, man könnte auch Motor-Fahrrad sagen – oder Mofa. Also so ein Ding, was wie ein Fahrrad aussieht, aber ohne Tretbewegung bis 18 km/h langsam fährt und mit Muskel- und Motorkraft bis zu 45 km/h erreicht. Da bin ich ja mal gespannt auf die erste Probefahrt!

kleine XDURO-Sammlung
kleine XDURO-Sammlung

Natürlich gehört es nicht mir als Privatperson, sondern mir als Unternehmerperson, also dem Fahrradladen. Ich bin gespannt, ob wir es verkaufen können. Notfalls muss ich es halt aufopferungsvoll selbst fahren. 😉 Aber jetzt warten wir erstmal auf das Versicherungskennzeichen, dann muss ich das Mofa noch fahrfertig machen, und dann kann getestet werden…

Preis: 4.299,- €

Taschen-Entscheidung

Ein bisschen Zeit habe ich mir gelassen mit der Entscheidung, mich bei Ortlieb dafür zu bewerben, deren Produkte verkaufen zu dürfen. Und Firma Ortlieb nimmt auch nicht jeden, so dass sich ein Außendienstmitarbeiter noch ein Bild von der Lage vor Ort gemacht hat. Schließlich habe ich mich gefreut, dass ich den Vertriebsvertrag zum Durcharbeiten und ggf. Unterzeichnen in den Händen halten konnte, den ich dann letzte Woche mit Stempel und Unterschrift wieder zurück nach Heilsbronn geschickt habe. Und seit dieser Woche darf ich nun meine umfangreiche Erstbestellung absetzen.

Brief an Ortlieb

Am Wochenende werde ich mich dann mal um diese Bestellung kümmern. Im Prinzip habe ich schon soweit alles zusammen, was ich bestellen möchte, und komme auch auf den letztens erwähnten Mindestbestellwert für die Erstbestellung. Wer noch einen Wunsch hat, was ich noch mitbestellen sollte, kann sich gern im Laufe der restlichen Woche bei uns melden. Katalogmaterial liegt vor, stöbern kann man natürlich auch auf der Ortlieb-Internetseite und bei Unklarheiten oder Fragen können wir natürlich auch weiterhelfen.

Noch kurz ein paar Worte zu meiner Entscheidung: Für Ortlieb spricht neben dem vielfältigen Sortiment in meinen Augen die sehr gute Handhabung. Alle anderen wasserdichten Taschen, die ich bisher in den Händen gehalten habe, können das nur weniger gut bis schlechter. Dass die Taschen strapazierfähig und in Deutschland hergestellt sind passt dann auch gut zu Schlössern und Helmen von ABUS, Beleuchtung von Busch und Müller und Pumpen und Schutzblechen von SKS, die ja schon im Laden zu finden sind.

Zu viel Verschleiß

Ich habe mich ja vor zwei Jahren gefreut, dass es für meinen alten Montageständer, der schon vor mir hier in der Werkstatt stand, neue Klemmen gibt, um Fahrräder aufzuhängen. Die neuen lassen sich besser bedienen und passen besser auch an großvolumige Rahmen. A-b-e-r: Die Gewinde, über die die Klauen festgeklemmt werden, verschleißen – und das ziemlich schnell. Ich hatte beide schon provisorisch repariert, also einfach einen anderen Gewindeteil benutzt. Jetzt ist aber das erste Gewinde ganz hinüber.

verschlissenes Gewinde
verschlissenes Gewinde

Jetzt kann ich versuchen, ein Ersatzteil zu bestellen, das dann wieder ein, zwei Jahre hält. Ich habe aber einen neuen Montageständer bestellt.

Rückblick VELOBerlin

Am Wochenende haben wir einen Familienausflug zur VELO gemacht. Eigentlich wollten wir Lastenräder ausprobieren, sowohl aus privatem als auch aus beruflichem Interesse. Wir haben uns aber vorher so viel anderes angeschaut, dass wir das dann nicht mehr geschafft haben…

Auch wenn ich eigentlich privat unterwegs war, ganz kann ich bei einer solchen Gelegenheit meine Arbeit nicht ausblenden. Zwei Sachen wollte ich mir genauer anschauen und ansonsten kann man ja immer ein paar Inspirationen mitnehmen, zumal ich auch Dinge entdeckt habe, die ich noch nicht kannte, z.B. Weehoo, eine Art Anhänge-Fahrrad für bis zu zwei Kinder.

Letzte Woche habe ich eine Spam-Mail bekommen, die ein Ladengestaltungselement aus verschiedenen Quadern mit quadratischer Grundfläche u.a. für die Präsentation von Fahrrädern bewarb. Fand ich ganz interessant, weil es sehr vielseitig ist. Jetzt konnte ich mir ein Bild davon machen. In der Messehalle aufgebaut gab es schon unterschiedliche Spalten zwischen den einzelnen Quadern. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das aussieht, wenn ich sowas auf meinem welligen Fußboden hier im Laden aufbaue.

Das war das eine. Packtaschen von Vaude habe ich mir bei der Gelegenheit auch genauer angeschaut, weil ich gerade überlege, Taschen von VAUDE oder Ortlieb in mein Sortiment aufzunehmen. VAUDE hat das grünere Image und außerdem ein umfangreiches Outdoor-Sortiment (u.a. Fahrradbekleidung). Bei Ortlieb müsste ich relativ (für meinen kleinen Laden) viel Ware bestellen. Allerdings finde ich die Ortlieb-Taschen bei genauerer Betrachtung im Detail durchdachter, außerdem ist das Sortiment (weil eigentlich „nur“ Taschenhersteller) vielfältiger. Ich werde noch ein paar Tage darüber nachdenken.

Zwischendurch sprach uns eine Versicherungsverkäuferin von der ARAG an, bzw. ging sie freundlich lächelnd zielstrebig auf meine Frau zu und fragte sie, ob wir denn ein Fahrrad hätten. „Ich habe ungefähr 200 Fahrräder,“ warf ich ein. OK, das war vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ihre augenblicklich stark entgleisten Gesichtszüge waren gut. Damit hatte ich die gute Frau dann doch etwas aus dem Konzept gebracht. Ich habe ihr glaubhaft versichert, dass die Räder in meinem Laden gut versichert sind. Nach unseren privaten Fahrrädern hat sie dann schon gar nicht mehr gefragt…

Neben dem vielen Input für den Kopf habe ich dann noch etwas Input für den Magen mitgenommen:FahrradnudelnFahrradnudeln. Gab’s am ADFC-Stand.