Kleiner Urlaubsrückblick

Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt!
kleines Hinweisschild für Autofahrer?

Nun bin ich schon eine Woche wieder aus dem Urlaub zurück und habe es noch nicht geschafft, dies hier zu verkünden. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass das nur bedeuten kann, dass wir eine Menge zu tun haben. Und genau so ist es. Gleich der Montag war wieder so ein Hammer-Tag, mit Arbeit im Überfluss, zumindest auf den einen Tag gesehen. Glücklicherweise muss ja nicht jeder gleich alles sofort haben, so dass sich das dann auf die Woche verteilt, aber ein paar „Nachtschichten“ habe ich die Woche doch wieder drangehängt, um mein ehrgeiziges Ziel von maximal einer Woche Wartezeit bei Reparaturen wieder zu erreichen. Das hat schon mal geklappt und ich hab auch wieder jede Menge Spaß bei und an der Arbeit gehabt.

Der Urlaub war sehr angenehm. Die Reise mit der Bahn war entspannt (was meiner allgemeinen Bahnreiseerfahrung entspricht), die Urlaubstage selbst waren auch ziemlich entspannt. Es tut auch mal ganz gut, zwei Wochen lang den Fahrradladen auszublenden und (bis auf wenige Ausnahmen) nur auf die Termine achten zu müssen, die das jüngste Kind mit seinen „Fütterungszeiten“ vorgibt. Sie war von den Kindern wohl auch die, die am meisten Papa-Zeit abbekommen hat. Die mittleren Kinder waren mehr darauf fixiert, so viel wie möglich im Garten zu spielen. Den Luxus, aus der Tür in den Garten zu fallen, haben wir leider zur Zeit nicht. Aber vielleicht ergibt sich ja noch was. Man weiß ja nie…

Das Wetter war etwas kühler als gedacht. Aber immerhin hat es fast immer nur dann geregnet, wenn es uns nicht gestört hat. Von daher…

Natürlich bin ich ein bisschen mit dem Rad unterwegs gewesen. In der ersten Woche habe ich mir vom Navi (ich hab Navigationsgeräte getestet) einen ca. 100 Kilometer langen Rundkurs vorschlagen lassen. An einer Stelle habe ich eine Abkürzung genommen, an einer anderen Stelle hab ich noch einen Abstecher zu dem Laden, in dem ich gelernt habe, gemacht, so dass am Ende 108 Kilometer auf dem Tacho standen. In der zweiten Woche hatte ich auch vor, eine 100-Kilometer-Tour zu machen. Es wurden dann 137, weil ich noch einem größeren Regenschauer ausgewichen bin. Ich hätte auch noch weiter fahren können, aber ich hatte eine Zeitvorgabe, die ich durch meinen Umweg gerade so noch einhalten konnte, und mein Proviant (verschiedene Müsli- und Fruchtriegel und Wasser mit Apfelsaft im Trinkrucksack + Reserve in der Trinkflasche) war nur für 100 bis 150 Kilometer ausgelegt.

Das oben abgebildete Schild war das (wie ich finde) merkwürdigste, das ich unterwegs gefunden habe. Hintergrund ist vermutlich, dass dort jahre- bzw. wahrscheinlich jahrzehntelang Radwegbenutzungspflicht angeordnet war (die bekannten blauen Schildchen mit Fahrrad-Piktogramm) und nun die Verkehrsteilnehmer auf die geänderte Situation hingewisen werden sollen. §2 StVO: „Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen…“ Braucht man dafür wirklich noch extra ein Schild?

Ein anderes Schild, was mir unterwegs untergekommen ist, das auch ein gewisses Paradoxon beinhaltet: „Privatstraße des Bundes“. Ich habe zu lange darüber sinniert, wie privat Bundeseigentum sein kann, so dass ich keine Gelegenheit mehr zum Fotografieren hatte. Stutzen musste ich noch bei folgendem Schild, bei dem derjenige, der es aufgehängt hat, ganz offensichtlich das Zusatzschild verwechselt hat. Und wer noch mehr Fotos (mit Kommentaren) anschauen möchte, kann mit dem Link darunter den ganzen Beitrag sehen…

Radweg für Radfahrer freigegeben
vorher und nachher war es das Zusatzschild „Mofa frei“ – wobei ich das bei einem linksseitigen Weg innerorts sehr grenzwertig finde

Die folgende ist eine der Verkehrszeichenkombinationen, die ich am häufigsten gesehen habe. An der Stelle stelle ich mir dann immer die Frage, warum die Benutzungspflicht für einen Radweg angeordnet wird, später dann aber vor der Benutzung dieses benutzungspflichtigen Radwegs gewarnt wird, weil er in einem viel zu schlechten Zustand ist. Ich empfinde sowas immer als ein Art Aufhebung der Benutznungspflicht, aber darüber mögen die Rechtsgelehrten diskutieren…

Achtung - Radwegschäden
fehlt noch das Zusatzschild: „Radfahrer absteigen“…

Einige Kilometer bin ich auch (auf freigegebenen Wegen) über Truppenübungsplätze um Munster gefahren (die schon erwähnten Privatstraßen des Bundes). Da stehen dann immer wieder so Schilder, dass man nicht anhalten und aussteigen darf. Vor der Einfahrt habe ich das hier lesen dürfen:

Einfahrt zum Truppenübungsplatz
Viel zu lesen. Später wird unterwegs noch vor Blindgängern gewarnt.
Lüneburger Heide Sandweg
unbefestigter Weg, eindeutig

An meinem Navi hatte ich eine Funktion übersehen. Das IBEX von Falk, mit dem ich mich vorher schon beschäftigt hatte, hatte sie noch nicht, beim neuen „Tiger“ (auch von Falk) kann man neben verschiedenen anderen Punkten auch „unbefestigte Wege verwenden“ ein- oder ausschalten. Wenn man es nicht ausschaltet, dann kann folgendes passieren: Nachdem ich einen wirklich unbefahrbaren Weg (unbefestigter Waldweg, jahrelang nicht benutzt, folglich: zugewachsen) mühevoll umfahren hatte, stand ich vor einem sehr sandigen Weg. Halb schob er, halb trug er… So ungefähr. Nach ein paar Metern war dann aber der Wegesrand wieder so weit mit Gräsern bewachsen, dass er sich einigermaßen passabel befahren ließ. Ein paar Kilometer weiter stand ich dann (laut Navi) an einer Kreuzung. Ich solle geradeaus fahren. Ich bin dann doch lieber erst links und später rechts abgebogen – und kam genau auf dem asphaltierten Weg an, zu dem der unsichtbare Weg auf folgendem Bild führt:

kein Weg
Navigationshinweis: geradeaus

Ich schieb mal noch ein paar Klischeebilder „Lüneburger Heide“ ein:

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Dorfstraße mit Gefälle
Hier kommen Radfahrer locker auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit innerorts.

Jetzt sind wir fast am Ende. Ein paar Bilder, die ich für mich, der zehn Jahre dort gewohnt, gelebt, gearbeitet hat, auf jeden Fall zur Lüneburger Heide gehören, auch wenn es vielleicht nicht das ist, was man spontan damit assoziiert. Dort kann man nämlich auch ziemlich viel bergauf und bergab fahren, wenn man es denn möchte. Meine zweite Radtour habe ich (zumindest in der ersten Hälfte) über einige schöne Strecken geführt, und dabei ungefähr 500 (der am Ende ca. 850) Höhenmeter gesammelt. Schön kann man das an dem Foto aus einem Dorf sehen, aus dem man sich locker herausrollen lassen kann. Wäre meine Übersetzung da nicht am Ende gewesen (ich war bei ca. 120 Umdrehungen/Minute), wäre meine Höchstgeschwindigkeit dort auch deutlich über 50 km/h gewesen.

Straße im Wald
Manchmal wähnt man sich ganz woanders…

Außerdem gibt es auch manchmal Strecken, da wähnt man sich eher im Mittelgebirge, wenn man auf einer schmalen Straße durch einen dunklen Wald fährt und das Gelände neben der Straße ziemlich abfällt. Leider kann man es auf dem Bild nicht so schön sehen.

Und zum Schluss habe ich noch einen meiner Lieblingswege. Früher bin ich ihn oft und vor allem im Winter mit meinem „Eisenschwein“ (mit Spikes und Rücktrittbremse…) gefahren, besonders gern wenn Schnee lag. Den Spuren nach zu urteilen war ich auch dann nie der einzige, der den Spitzbubenweg zwischen Schneverdingen und Niederhaverbeck (gibt ja noch andere Spitzbubenwege in Deutschland) unter die Räder genommen hatte. Diesmal bin ich ihn im Sommer mit dem Brandmeister Randonneur gefahren – und habe mich prompt an einer „kniffligen“ (besonders knifflig ist der Weg ja nicht) Stelle verbremst. Ich war halt so im „Flow“ und wollte, wie auf diesem Weg gewohnt, die Rücktrittbremse betätigen – die aber an diesem Rad gar nicht dran ist… Naja, Scheibenbremsen sind ja auch kräftiger, da kann man auch mal einen Sekundenbruchteil später bremsen.

Spitzbubenweg
Geht auch mit Rücktrittbremse – und auch ohne.

So, damit wäre unser „Urlaubs-Dia-Abend“, wenn es sowas mit aktuellen Urlaubsfotos noch gäbe, zu Ende. Nur ein klitzekleines Bild habe ich noch. Ich bin beinahe drübergefahren, über den Gegenstand, der da mitten auf dem Radweg lag, direkt vor einem Truppenübungsplatz. Ob da ein Soldat auf dem Weg ins Biwak etwas verloren hat? Wer weiß. Ich brauchte sie nicht und hab sie daher einfach stehen lassen. Vielleicht für den nächsten, der diesen Ort passierte…

verlorene Klorolle
Wer verliert denn sowas?

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