Geh ma weg…

Vor ein paar Wochen kam, während ich mich mit der Geschäftsführerin eines meiner Großhändler unterhielt, ein Mann mit Klemmbrett in der Hand in den Laden. Er fragte mich, ob ich Herr Ullmann sei und ob ich Radio hören würde. „Das müssen Sie anmelden. Ich lass Ihnen die Unterlagen zukommen.“ Und schon war er wieder weg. Seine Visitenkarte hat er noch da gelassen: GEMA-Kundenberater.

Ein paar Tage später kam von der GEMA ein Brief: „Wie kürzlich mit Ihrem Kundenberater besprochen (…) senden wir Ihnen … Ihr persönliches Vertragsangebot (zu).“ Interessant. Mit dem „Kundenberater“ habe ich gar nichts besprochen, beraten hat er mich auch nicht. Wir hätten darüber diskutieren können, ob Musik, mit der wir die Werkstatt beschallen, als öffentlich aufgeführt gilt, und damit eine GEMA-Lizenz nötig sein könnte. Man hätte sich auch darüber unterhalten können, für welche Fläche die Lizenz nötig wäre, wenn man die Musik nicht im ganzen Laden hören kann. Interessant fände ich auch, wer eigentlich das Geld bekommt, das die GEMA einsammelt, also nach welchen Kriterien es verteilt wird. Leider hatte der gute Mann offenbar keine Zeit und war schon wieder weg, bevor wir auch nur eine der Fragen hätten klären können.

Letzlich habe ich der GEMA in meiner Antwort mitgeteilt, dass sie mir für die Musik, die in meiner Werkstatt im Hintergrund rumdudelt, gar keine Lizenz erteilen kann, weil sie gar keine Rechte an der Musik hat, die von Jamendo bereitgestellt wird.

Geh ma zu Jamendo

Übrigens würde die GEMA nicht nur ihre eigenen Gebühren einsammeln, sondern auch noch ein bisschen was für die VG Media, GVL und VG Wort für die Wiedergabe von Dudelfunk Rundfunksendungen. Nehmen die sich nicht alle ein bisschen zu wichtig, für so ein bisschen Gedudel im Hintergrund, wo sowieso niemand richtig hinhört? Ich wäre ja davon ausgegangen, dass die GEZ schon das Geld für den (zumindest öffentlich-rechtlichen) Rundfunk einsammelt. Aber dass man dann für die öffentliche Wiedergabe einer öffentlich ausgestrahlten Rundfunksendung nochmal zahlen darf, ist für mich nicht ganz plausibel.

Lustig fänd ich ja, wenn der GEMA-Kundenberater mit seinem Klemmbrett auf der Straße den Leuten hinterher laufen würde, die öffentlich laut Musik hören aufführen, sei es mit dem Smartphon(e) oder so laut im Auto, dass man alles auch außerhalb klar und deutlich verstehen kann. Wäre jedenfalls mal konsequent.

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