Werbungserfolgsüberprüfung

Dieses Jahr werde ich mal ein bisschen überprüfen, welchen Effekt welche meiner Werbeaktivitäten haben. Diese haben im Prinzip vier Bestandteile:

  1. Vierteljährliche Werbeanzeigen in Zeitungen (lokal.report, Regionalrundschau, Bäke-Courier). Direkte Kundenrückmeldungen („Ich habe Ihre Anzeige in der Zeitung gesehen und fand die so toll, dass ich gleich zu Ihnen gefahren bin.“ o.ä.) gab es dazu durchschnittlich im Jahr eine. Insgesamt, nicht pro Zeitung.
  2. Die Saisoneröffnung, die ich bislang (einschließlich der Neueröffnung) jedes Jahr veranstaltet habe. Sie dient dazu, Restposten und gebrauchte Fahrräder los zu werden, was auch jedes Jahr, selbst bei suboptimalen Wetterverhältnissen, gut funktioniert.
  3. Diese Internetseite. Darauf spricht mich jeden Monat mindestens ein Kunde an, meist mehrere. Meine Lieblingsrückmeldung: „Oh, ein Fahrradladen der bloggt – das ist für mich als Nerd genau das Richtige!“
  4. Kundenzufriedenheit. Die meisten Kunden, die neu zu uns kommen, erzählen uns, dass ihnen jemand, den sie irgendwoher kennen (Familie, Freunde, Kollegen, andere Eltern im Kindergarten etc.), empfohlen hat, zu uns zu kommen, weil wir unsere Arbeit sehr gut machen, Fahrräder toll repariert haben, uns auskennen, nett sind… Das herausragendste Kompliment: „Mir hat jemand gesagt, ihr seid die Besten! Und er fährt so viel Rad, er muss das ja wissen.“

Ich überlege schon seit ein paar Monaten, ob das alles nötig ist. Gerade bei der Anzeigenwerbung habe ich den Eindruck, dass die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Hinzu kommt, dass ich mir dann auch noch jedes Mal einen Kopf über Inhalt und Gestaltung machen muss, auch wenn ich die Gestaltung nicht selbst mache. Und das passiert dann auch meist erst kurz vor Anzeigenschluss. Das ist ein bisschen Stress, den ich nicht haben muss. Außerdem, und das finde ich besonders nervig, lockt diese Werbung andere Werbetreibende an, die finden, dass ausgerechnet ihr Produkt genau das richtige für meine Werbung wäre. Daher werde ich dieses Jahr keine Anzeigenwerbung machen.

Wegen der Saisoneröffnung habe ich am meisten mit mir gehadert. Einerseits war das in den letzten vier Jahren immer der erste Tag, an dem so richtig viel los war, wir sind viele unserer gebrauchten Fahrräder und vor allem die Restposten, die ich vom vorherigen Fahrradladen am gleichen Ort übernommen hatte und die teilweise schon zehn oder mehr Jahre alt waren, losgeworden. Andererseits steckt da immer eine Menge Vorbereitung drin, z.B. um genügend gebrauchte Fahrräder zum Termin fertig zu haben, Werbung zu koordinieren, Verpflegung zu organisieren und vieles mehr. Vorteilhaft war wiederum, dass es einen festen Termin gab, zu dem der Laden sozusagen „saisonfertig“ sein musste. Die Umsätze, die unmittelbar mit derSaisoneröffnung zusammenhängen, sind auch von Jahr zu Jahr in deutlich zweistelligen Prozentwerten gestiegen. Und so war ich hin- und hergerissen, ob wir auch in diesem Jahr eine Saisoneröffnung veranstalten. Letztlich habe ich dann die nackte Zahlen um Hilfe gefragt, die mir gesagt haben, dass diese Veranstaltung ein Verlustgeschäft ist, das mir zwar an diesem einen Tag ziemlich viel Spaß macht, ich mir aber den Stress vielleicht nicht jedes Jahr machen muss. Vielleicht nächstes Jahr zum fünfjährigen Jubiläum wieder.

Jetzt haben wir also zwei Werbeaktivitäten, die dieses Jahr nicht stattfinden. Jetzt bin ich natürlich gespannt, welchen Effekt das bringt. Meine Erwartung ist, dass es sich auf die Kundenfrequenz und damit den Jahresumsatz nicht nennenswert auswirken wird, während die Kosten niedriger ausfallen sollten. Und das Jahr sollte ein wenig entspannter sein, weil ich mich um die ausfallende Werbung nicht kümmern muss.

Die Internetseite bleibt natürlich. Das ist eine von den vielen Sachen, die mir Spaß machen. Natürlich gibt es hier noch einiges an Optimierungsbedarf. Es fehlen zum Beispiel enige Informationen über den Fahrradladen, die ganz nützlich wären. Kommt alles mit der Zeit. Wenn durch den Wegfall der ersten beiden Werbemaßnahmen Geld übrig bleibt, könnte ich es hier reinstecken. Auch wenn ich das gern alles selbst machen würde. Ich hab sowas früher ja auch mal gemacht. Aber da hatte ich auch viel Zeit dafür…

Und an der Kundenzufriedenheit arbeiten wir auch jeden Tag fleißig weiter. Das ist unbestritten die effektivste Werbung. Das durch obige Maßnahmen freiwerdende Werbebudget kann auch hier hilfreich sein, indem wir es uns damit leisten können, noch kulanter zu sein, als wir es so schon sind. Und vielleicht können wir auch noch ein paar weitere Ersatzfahrräder anschaffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.