Dreiste Anzeigenverkäufer

Ich habe den Eindruck, dass, wenn ich irgendwo Werbeanzeigen schalte, fast immer irgendwelche Trittbrettfahrer aufspringen und mir Werbeanzeigen unterschieben wollen, die ich gar nicht haben will. Meist läuft das ungefähr so ab:

Telefon klingelt: „Hallo, hier Müller-Meier-Schulze vom Aufdringlichen Verlag. Sie hatten bei uns die Anzeige in der Informationsbroschüre, die überall verteilt wird, beauftragt…“ Dem widerspreche ich, daraufhin besteht der Anrufer darauf, dass er einen von mir unterzeichneten Vertrag vorliegen habe. Dem widerspreche ich wieder und bitte darum, dass er mir die Unterlagen, die ich angeblich unterschrieben haben soll, zukommen lässt, damit ich das überprüfen kann. Damit ist das Gespräch zu Ende und es passiert danach gar nichts, wenn man davon absieht, dass die Telefonnummer, die der Anrufer verwendet hat, in der Sperrliste unserer Telefonanlage landet und fortan nie wieder jemand mit dieser Nummer bei uns anrufen kann.

Nun hatten wir einen besonders dreisten Fall von Werbeanzeigenunterschiebeversuch: Herr Hauf-Schneider fragte, ob sein Kollege Herr Laufbursch vorbeikommen könne, um den Korrekturabzug vorzulegen – für die Anzeige, die ich in der Gesundheitsbroschüre der Stadt Teltow schalten wollte. Ich bin nicht weiter darauf eingegangen, dass ich niemanden beauftragt habe, eine Anzeige in einer „Gesundheitsbroschüre der Stadt Teltow“ für mich zu veröffentlichen. Da er aber jemanden persönlich zu mir schicken wollte, was ja sonst in diesen Fällen offenbar unüblich ist, stimmte ich diesem Besuch zu. Und in der Tat stand am nächsten Tag Herr Laufbursch bei mir im Laden und präsentierte mir einen Korrekturabzug einer Anzeige für die „Gesundheitsbroschüre, die die Post verteilt“.  Offensichtlich hatten sie eine echte Werbeanzeige von mir aus einem anderen Werbeträger ausgeschnitten, herauskopiert oder gescannt. Sicherheitshalber fragte ich, ob ich einmal sehen könnte, wie die Broschüre aussehen sollte. Er zeigte mir Beispielseiten: „Ist jetzt zwar A4, das wird dann aber A5.“ Ich ließ ihn wissen, dass ich an der ganzen Sache kein Interesse habe.

Abgesehen davon, dass mich diese Werbeanzeigenunterschiebeversuche nerven, finde ich es ziemlich dreist, jemanden anzurufen und so zu tun, als habe man einen Vertrag, den es gar nicht gibt, offenbar einfach in der Hoffnung, der Angerufene habe keinen Überblick und würde dem schon zustimmen und die Euros springen lassen. Dass dann aber jemand vor mir steht und eine in meinem Auftrag an anderer Stelle veröffentlichte Werbeanzeige benutzen will, um mir einen Vertrag unterzuschieben, ist aber noch viel dreister.

So viel Dreistigkeit soll belohnt werden. Die Frage, ob er denn nächstes Jahr wiederkommen dürfe, um mir die Gesundheitsbroschüre zu zeigen, falls ich dann vielleicht doch eine Anzeige darin schalten wolle, habe ich einfach mal bejaht. Soll er seine Zeit dafür verschwenden, mich zu besuchen und mir wieder nichts zu verkaufen….

Warnrundschreiben eines seriös arbeitenden Verlags
Seriös arbeitende Verlage haben das Problem, dass Trittbrettfahrer den Eindruck erwecken, in ihrem Auftrag tätig zu sein, und so ihre Kunden prellen.

(Namen frei erfunden.)