Endlich wieder normale Öffnungszeiten! Und neue Mitarbeiter!

Seit letzter Woche haben wir endlich wieder zu den normalen Zeiten geöffnet, man könnte sagen: So, wie vor Corona.  Dies möchte ich zum Anlass nehmen, einen kleinen Rückblick auf die letzten Monate zu werfen.

Seit dem 18.03.2020 haben wir keine normalen Öffnungszeiten mehr gehabt. Zunächst mussten wir den stationären Einzelhandel (also den Verkauf im Laden) einstellen und durften nur noch Fahrräder reparieren, sowie natürlich die Reparaturen annehmen (oder abholen) und wieder herausgeben (oder ausliefern). Ein paar Fahrradteile haben wir in dieser Zeit per Lieferdienst verkauft.

Diese Teil-Schließung kam zu einem denkbar ungünstigen Moment. Denn gerade zu dieser Zeit sollten noch einige Fahrräder aus der Vorbestellung für dieses Jahr kommen, und es wurden ein paar größere Rechnungen über Fahrräder, die vorher schon geliefert wurden, fällig. Aber die Situation war ja allen bekannt und betraf ja auch alle, so dass auch die Fahrradhersteller (zumindest die, mit denen ich zusammenarbeite) kulant reagierten und Zahlungsziele bzw. Liefertermine auf Nachfrage oder sogar aus eigener Initiative um einen Monat oder mehr in die Zukunft verschoben.

Anmerkung am Rande: In Berlin durften Fahrradläden weiter öffnen. Tatsächlich hatte ich kurz überlegt, ob nach Berlin zu ziehen, machbar wäre, aber es ging dann auch so.

In dieser Corona-Situation mit den Geschäftsschließungen war es definitiv ein großer Vorteil, dass der Fahrradladen ein Mischbetrieb ist. Dadurch hatten wir nicht plötzlich überhaupt keine Einnahmen mehr. Vielmehr kam recht bald eine Welle von Reparaturnachfragen auf uns zu, von der wir regelrecht überrollt wurden. Leider können wir nicht rund um die Uhr arbeiten, so dass der Ansturm auf Fahrradreparaturen den Umsatzeinbruch im Verkauf nicht ausgleichen konnte, aber immerhin konnte ich so meinen Corona-Soforthilfe-Antrag zurückziehen.

Am 23.04.2020 konnten wir erstmals wieder öffnen, allerdings mit Zutrittsbeschränkungen, also Einlass nur nach Anklopfen. Zunächst hatten wir noch zu den normalen Zeiten geöffnet. Doch die Nachfrage wuchs, wie bereits eben beschrieben, enorm. Gleichzeitig hatte ich mich von einem Mitarbeiter  wegen anhaltender fachlicher Differenzen getrennt. Das führte dazu, dass wir immer mal ein paar Tage den Laden schließen mussten, um der Reparaturwarteschlange einigermaßen Herr zu werden. Schließlich hatten wir ab dem 24.05.2020 vormittags nicht mehr geöffnet, um nicht den ganzen Tag Kunden zu bedienen, sondern auch ein paar Fahrräder reparieren zu können. Trotzdem stieg die Reparaturwartezeit teilweise auf vier bis fünf Wochen.

Nach einer wechselhaften Mitarbeitersuche habe ich nun seit 01.08.2020 zwei neue Mitarbeiter. Bei so einer Mitarbeitersuche erlebt man schon seltsame Dinge. Beispielsweise gab es Bewerbungen, die überhaupt keinen Bezug zu diesem Betrieb hatten, von Leuten, die zumindest nach deren Unterlagen für ganz andere Berufsfelder qualifiziert waren, ohne jegliche Schnittmengen zum Fahrrad. Oder es hat sich jemand hier persönlich vorgestellt und seine Bewerbung abgegeben, ist dann aber zu dem später telefonisch verabredeten Probearbeiten nicht erschienen und hat sich auch sonst nicht mehr gemeldet. Das ist besonders ernüchternd, wenn man von dem Bewerber eigentlich aus dem persönlichen Gespräch einen sehr guten Eindruck hatte.

Nun haben wir aber zwei neue Mitarbeiter, so dass wir die meiste Zeit der Woche sowohl den Verkauf als auch die Werkstatt mit jeweils zwei Leuten besetzen können. Damit können wir auch wieder ganz normal öffnen und dem Kundenansturm etwas gelassener begegnen. Ich bin gespannt, wie sich das nun weiter entwickelt!

Herzlich willkommen Marius und Sven!

Ausschnitte aus den Arbeitsverträgen