Alle Beiträge von Philipp-D. Ullmann

Lange Wochenenden

Anfang Mai gibt es wieder eine Häufung von Feiertagen. Das hat so seine Vor- und Nachteile. Wegen der zur Zeit mehr als  nur guten Auftragslage wäre es mir natürlich lieber, wenn die ganzen Feiertage im Winter wären, wenn etwas weniger zu tun ist. Aber so haben wir halt zwischen Winter- und Sommerferien, in denen wir uns jeweils ein bisschen Urlaub gönnen, ein paar freie Tage, um uns von den Anstrengungen des gewaltigen Arbeitspensums, das wir im Frühjahr bewältigen, zu erholen. So, wie ich mich kenne, würde ich mir die freien Tage in der arbeitsreicheren Zeit auch nicht freiwillig gönnen, wenn sie nicht vorgeschrieben wären. Von daher ist es schon ganz gut so. Den Nachteil, dass die Wartezeiten für Reparaturen dann etwas länger werden können, obwohl wir kräftig Überstunden leisten (aber die fehlenden Arbeitstage dadurch nicht kompensieren können), müssen wir in Kauf nehmen. Gleichzeitig wird unser Waren- und Dienstleistungsangebot bei mehr freien Tagen mit schönem Wetter durch allgemein vermehrte Fahrradnutzung mehr nachgefragt. Ein Teufelskreis ;)

Und so verteilen sich die freien Tage im Mai für uns in diesem Jahr:

Dienstag, 01.05.2018: geschlossen (Tag der Arbeit, am 30.04. bleibt der Laden aber offen)
Freitag und Samstag, 11. und 12.05.2018: geschlossen (Brückentage nach Himmelfahrt)
Samstag,  19.05.2018: geschlossen (Familienfeierlichkeiten am Pfingstwochenende)

Dass es damit auch ausnahmsweise gleich zwei Samstage in Folge gibt, an denen der Fahrradladen geschlossen bleibt (statt einem im Monat), werden wir alle auch überstehen, denke ich.

Gelöst

Das Rätsel um das Fahrrad, das hier monatelang angeschlossen auf einem (tagsüber) bewachten Parkplatz vor dem Laden stand ist gelöst. Mittlerweile war der Kunde, dem es gehört, bei uns und hat uns den Auftrag erteilt, den Platten zu beheben. Er hatte das Fahrrad vor Weihnachten wegen des platten Reifens vor dem Laden angeschlossen und auf dem Weg nach Hause den Schlüssel verloren. Mehrfaches Suchen nach dem Ersatzschlüssel blieb leider erfolglos, so dass er uns nun außerdem damit beauftragt hat, das Schloss mit unserem „Universalschlüssel“ (in diesem Fall: Bolzenschneider) zu öffnen.

gewaltsam geöffnetes Schloss am Fahrad

Damit sind wir dann auch meinem Geschäftsraum-Vermieter zuvorgekommen, der sich schon ernsthaft damit beschäftigt hat, ob es rechtlich zulässig wäre, das (in seinen Augen) herrenlose Fahrrad vor seinem Haus mit der Flex vom Fahrradbügel zu trennen.

Hinweis an alle Nutzer eines Faltschlosses: Die Aufbruchsicherheit wird deutlich erhöht, wenn sich die Stäbe des geschlossenen Schlosses nicht in einen spitzen Winkel zueinander bringen lassen.

Abgeschlossen

Vor kurzem habe ich Post von der Staatsanwaltschaft Potsdam bekommen."eingestellt, weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte"In dem von mir angezeigten Fall von besonders schwerem Diebstahl (Einbruch in den Laden am 31.10.2017) wurde das Verfahren eingestellt. Das ist ärgerlich. Aber immerhin hat die Versicherung, die ich für solche und andere unschöne Ereignisse, von denen ich hoffe, dass sie nie eintreten mögen, habe, den Schaden komplett bezahlt. Damit kann ich dann diesen Vorgang aus der Schublade „in Bearbeitung“ entfernen.

Kleintransporter

Manchmal bekomme ich von irgendwelchen Autohäusern Werbebriefe, in denen mir Kraftfahrzeuge, vorzugsweise Transporter, speziell für die betriebliche Nutzung angeboten werden. Bislang habe ich darauf nicht reagiert. Nun werde ich mal ein paar Worte schreiben, um künftig immer eine passende Antwort auf diese Werbung parat zu haben, auf die ich dann verweisen kann.

Zunächst einmal eine kurze Aufstellung (in zufälliger Reihenfolge), welche betrieblichen Transportaufgaben wir bewältigen müssen:

  1. Fahrräder von Kunden abholen oder zu Kunden bringen,
  2. Warenlieferungen oder -rücksendungen zu Kunden oder Herstellern/Großhändlern bringen,
  3. Entsorgung von Abfällen,
  4. uns selbst zu Messebesuchen und Schulungen fahren,
  5. Material-/Wareneinkauf.

Für fast alles davon haben wir externe Dienstleister, die das günstiger anbieten können, als es für uns mit eigenem Fahrzeug und ggf. Fahrer wäre: Paketdienste, Speditionen, ÖPNV, Bahn, Abfallentsorger. Übrig bleibt eigentlich nur noch Punkt 1 und die ein oder andere Fahrt zum Baumarkt oder so. Und dafür haben wir längst eine fahrradspezifische Lösung: Kleintransporter weiterlesen

langer Atem

Standpumpe SKS Airworx, ca. 20 Jahre alt

Ich verkaufe Luftpumpen von SKS, weil sie in Deutschland hergestellt werden, weil sie wirklich etwas taugen (zwei haben wir in der Werkstatt im Einsatz) und weil sie mit ein wenig Pflege (manchmal auch ohne) ewig halten. Die oben abgebildete Pumpe hat mir eine Kundin zur Instandsetzung überlassen, weil der Pumpenkopf nicht mehr auf dem Ventil hielt und die Druckanzeige nicht mehr funktionierte. Die Pumpe ist ca. 20 Jahre alt.

SKS Airworx in Einzelteilen

Auf meine kurze Mail an den netten Serivce-Menschen von SKS habe ich ein kleines Paket mit einem neuen Manometer bekommen. Dieses auszutauschen ist mit ein wenig handwerklichem Geschick keine große Sache. Man darf nur keine Scheu davor haben, fast die komplette Pumpe zu zerlegen. Eine neue Topfmanschette, neue Ventilgummis und ein wenig Pumpenfett dazu – und schon ist die Pumpe wieder wie neu.

Pumpe wieder zusamengebaut - wie neu

Die Pumpe ist, wie gesagt, ungefähr 20 Jahre alt und es gibt noch alle Ersatzteile. Das bestärkt mich in meine Entscheidung für diesen Hersteller. Die ganze Operation kostet nicht einmal die Hälfte einer neuen, gleichwertigen Pumpe, womit die Pumpe pro Jahr weniger als einen Euro Instandhaltungskosten verursacht hat. Die Kundin ist zufrieden, ich bin zufrieden.

Soll ich jetzt noch erwähnen, was auf dem Lieferschein des Manometers stand? „kostenloser Ersatz“

Praktikumssaison 2017/2018 beendet

Der Februar neigt sich dem Ende und damit auch der Zeitraum, in dem wir Schülern anbieten können, ihr Schülerbetriebspraktikum bei uns durchzuführen. Ab Oktober 2018 werden wir dann Zeit für die nächsten Praktikanten finden.

Ich finde es immer interessant, wie unterschiedlich die Menschen so sind – ganz allgemein, wie auch auf „unsere“ Praktikanten bezogen. Von jemandem, der wortwörtlich den Arsch nicht hochkriegte und nur seine Zeit absitzen wollte (weshalb ich dann vorübergehend alle Sitzgelegenheiten aus der Werkstatt verbannt hatte), bis zum fleißigen Arbeitstier; von jemandem, dem wir vor allem Nachhilfe in Lesen, Rechnen und Schreiben gegeben haben, bis zum Beinahe-Kopfrechengenie haben wir in den letzten Jahren ganz unterschiedliche junge Menschen kennen gelernt.

Natürlich kostet ein Praktikant Zeit, mal mehr, mal weniger. Diese Zeit haben wir in der Hauptsaison von März bis September nicht übrig. Der/Die Praktikant/in würde dann nur in der Ecke stehen oder sitzen und uns beim konzentrierten Arbeiten zuschauen. Darum können wir Schülerbetriebspraktika nur von Oktober bis Februar anbieten. Sicher könnte ich die Zeit, die ich in Praktikanten stecke, auch in andere Projekte hier im Laden investieren. Ich finde es aber auch wichtig, Schülern die Möglichkeit zu geben, ein paar Eindrücke aus der Welt, die nach der Schullaufbahn auf sie zukommen kann, zu bekommen. (Für manchen ist schon die Erkenntnis, dass man auch mal den Müll rausbringen muss, eine Horizonterweiterung.)

Außerdem versuchen wir ihnen ein bischen zu vermitteln, dass Kenntnisse, die sie in der Schule erworben haben, im Berufsleben nützlich bis wichtig sind. Selbst dass man Lesen/Rechnen/Schreiben später nochmal brauchen könnte, ist nicht jedem Schüler bewusst. Physik/Technik brauchen wir auch tagtäglich. Sport kommt dann noch hinzu, wobei hier vor allem Ausdauer und Beweglichkeit zählt. Kraft ist nicht so wichtig, dafür haben wir ja noch die Physik (Hebelgesetz!). Und ein bisschen Chemie brauchen wir auch hin und wieder.

Mancher weiß nach dem Praktikum, was er auf keinen Fall machen möchte, mancher weiß danach, was er auf jeden Fall machen möchte. Ich selbst hatte vor mittlerweile ziemlich genau 20 Jahren mein Schülerbetriebspraktikum in einem Fahrradladen in Potsdam-Bornstedt absolviert. Dadurch hatte ich zwar einen interessanten Einblick in dir Arbeitswelt bekommen, aber ich hatte immer noch keine Ahnung, was ich nach der Schule mal machen sollte und ob das mit den Fahrrädern überhaupt etwas für mich wäre…

Ruhiger Samstag

Für heute hatten sich nicht so viele Kunden angekündigt, die ihre reparierten Fahrräder abholen wollten. Daher wollte ich eigentlich mein Fahrrad mal durchsehen. Also das Hinterrad ist in Ordnung. Weiter bin ich nicht gekommen. Ich kann mich also nicht beklagen…

Hinterradpartie des Transportrads, ohne Kette, Motorkabel baumelt rum...

Jetzt muss ich es nur noch fertig zusammenbauen, damit ich auch nach Hause fahren kann. Die Kette fehlt noch, die Bremse und die Schaltung müssen noch eingestellt werden, das Motorkabel baumelt auch noch so rum…

Vergessen

Kurz vor Weihnachten hat hier, als ich nicht da war, jemand sein Fahrrad abgestellt und vorbildlich auch angeschlossen. Ganz offensichtlich hat es einen Platten und ich vermute, dass es hier steht, damit wir es reparieren. Nur scheint der Besitzer über Weihnachten und den Jahreswechsel vergessen zu haben, dass er sein Fahrrad noch fertig abgeben wollte. (Es hier abzustellen war ja schon der erste Schritt.) Im Moment stört es ja niemanden und es steht an einem öffentlichen Fahrradständer, so dass wir einfach mal weiter abwarten, wann es dem Besitzer wieder einfällt. Wahrscheinlich spätestens dann, wenn es draußen wieder richtig warm wird…Fahrrad am Anlehnbügel vor dem Laden angeschlossen

Unerwartete Ersatzteilversorgungsprobleme

Man stelle sich mal vor, man würde sich ein Fahrrad für 1000 Euro kaufen, und nach zwei Jahren würde man sicherheitsrelevante Verschleißteile (beispielsweise Bremsbeläge) nicht mehr bekommen. Da wär aber was los… Aber: Keine Angst, wir haben sogar noch Beläge für Stempelbremsen, und die werden schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr verbaut.

Nun verlassen wir mal die Fahrradbranche. 2016 habe ich für den Laden ein Tablet (Samsung Galaxy Tab S 10.5, weil es so ein schön großes Display hat) gekauft. Da ist ein Betriebssystem namens Android drauf. So ein Betriebssystem nutzt sich in der Hinsicht ab, dass mit der Zeit immer wieder Sicherheitslücken gefunden werden, das System also immer unsicherer wird. Um es wieder sicher zu bekommen, stellt Google, von denen Android ja kommt, mittlerweile monatlich Updates zur Verfügung. Aber die kommen auf den Geräten offenbar nicht an. Mit Schrecken habe ich gestern festgestellt, dass mein Tablet auf dem Sicherheitsstand von 2016 ist, weil Samsung die Updates nicht an alle seine Geräte anpasst und weitergibt. Und das scheint offenbar bei vielen Smartphone-Herstellern gängige Praxis zu sein. Um wieder auf das Fahrradbeispiel zurückzukommen: Das Tablet (Modelljahr 2014, gekauft 2016) fährt sozusagen seit kurz nach dem Kauf mit abgenutzten Bremsen – und der Hersteller stellt keine Ersatzteile (sprich: Updates) zur Verfügung. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, muss man also zusehen, dass man ein Gerät kauft, das möglichst neu auf dem Markt ist und möglichst lange mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Das hätte ich nicht erwartet. Unerwartete Ersatzteilversorgungsprobleme weiterlesen