Archiv der Kategorie: Allgemein

Kleintransporter

Manchmal bekomme ich von irgendwelchen Autohäusern Werbebriefe, in denen mir Kraftfahrzeuge, vorzugsweise Transporter, speziell für die betriebliche Nutzung angeboten werden. Bislang habe ich darauf nicht reagiert. Nun werde ich mal ein paar Worte schreiben, um künftig immer eine passende Antwort auf diese Werbung parat zu haben, auf die ich dann verweisen kann.

Zunächst einmal eine kurze Aufstellung (in zufälliger Reihenfolge), welche betrieblichen Transportaufgaben wir bewältigen müssen:

  1. Fahrräder von Kunden abholen oder zu Kunden bringen,
  2. Warenlieferungen oder -rücksendungen zu Kunden oder Herstellern/Großhändlern bringen,
  3. Entsorgung von Abfällen,
  4. uns selbst zu Messebesuchen und Schulungen fahren,
  5. Material-/Wareneinkauf.

Für fast alles davon haben wir externe Dienstleister, die das günstiger anbieten können, als es für uns mit eigenem Fahrzeug und ggf. Fahrer wäre: Paketdienste, Speditionen, ÖPNV, Bahn, Abfallentsorger. Übrig bleibt eigentlich nur noch Punkt 1 und die ein oder andere Fahrt zum Baumarkt oder so. Und dafür haben wir längst eine fahrradspezifische Lösung: Kleintransporter weiterlesen

langer Atem

Standpumpe SKS Airworx, ca. 20 Jahre alt

Ich verkaufe Luftpumpen von SKS, weil sie in Deutschland hergestellt werden, weil sie wirklich etwas taugen (zwei haben wir in der Werkstatt im Einsatz) und weil sie mit ein wenig Pflege (manchmal auch ohne) ewig halten. Die oben abgebildete Pumpe hat mir eine Kundin zur Instandsetzung überlassen, weil der Pumpenkopf nicht mehr auf dem Ventil hielt und die Druckanzeige nicht mehr funktionierte. Die Pumpe ist ca. 20 Jahre alt.

SKS Airworx in Einzelteilen

Auf meine kurze Mail an den netten Serivce-Menschen von SKS habe ich ein kleines Paket mit einem neuen Manometer bekommen. Dieses auszutauschen ist mit ein wenig handwerklichem Geschick keine große Sache. Man darf nur keine Scheu davor haben, fast die komplette Pumpe zu zerlegen. Eine neue Topfmanschette, neue Ventilgummis und ein wenig Pumpenfett dazu – und schon ist die Pumpe wieder wie neu.

Pumpe wieder zusamengebaut - wie neu

Die Pumpe ist, wie gesagt, ungefähr 20 Jahre alt und es gibt noch alle Ersatzteile. Das bestärkt mich in meine Entscheidung für diesen Hersteller. Die ganze Operation kostet nicht einmal die Hälfte einer neuen, gleichwertigen Pumpe, womit die Pumpe pro Jahr weniger als einen Euro Instandhaltungskosten verursacht hat. Die Kundin ist zufrieden, ich bin zufrieden.

Soll ich jetzt noch erwähnen, was auf dem Lieferschein des Manometers stand? „kostenloser Ersatz“

Praktikumssaison 2017/2018 beendet

Der Februar neigt sich dem Ende und damit auch der Zeitraum, in dem wir Schülern anbieten können, ihr Schülerbetriebspraktikum bei uns durchzuführen. Ab Oktober 2018 werden wir dann Zeit für die nächsten Praktikanten finden.

Ich finde es immer interessant, wie unterschiedlich die Menschen so sind – ganz allgemein, wie auch auf „unsere“ Praktikanten bezogen. Von jemandem, der wortwörtlich den Arsch nicht hochkriegte und nur seine Zeit absitzen wollte (weshalb ich dann vorübergehend alle Sitzgelegenheiten aus der Werkstatt verbannt hatte), bis zum fleißigen Arbeitstier; von jemandem, dem wir vor allem Nachhilfe in Lesen, Rechnen und Schreiben gegeben haben, bis zum Beinahe-Kopfrechengenie haben wir in den letzten Jahren ganz unterschiedliche junge Menschen kennen gelernt.

Natürlich kostet ein Praktikant Zeit, mal mehr, mal weniger. Diese Zeit haben wir in der Hauptsaison von März bis September nicht übrig. Der/Die Praktikant/in würde dann nur in der Ecke stehen oder sitzen und uns beim konzentrierten Arbeiten zuschauen. Darum können wir Schülerbetriebspraktika nur von Oktober bis Februar anbieten. Sicher könnte ich die Zeit, die ich in Praktikanten stecke, auch in andere Projekte hier im Laden investieren. Ich finde es aber auch wichtig, Schülern die Möglichkeit zu geben, ein paar Eindrücke aus der Welt, die nach der Schullaufbahn auf sie zukommen kann, zu bekommen. (Für manchen ist schon die Erkenntnis, dass man auch mal den Müll rausbringen muss, eine Horizonterweiterung.)

Außerdem versuchen wir ihnen ein bischen zu vermitteln, dass Kenntnisse, die sie in der Schule erworben haben, im Berufsleben nützlich bis wichtig sind. Selbst dass man Lesen/Rechnen/Schreiben später nochmal brauchen könnte, ist nicht jedem Schüler bewusst. Physik/Technik brauchen wir auch tagtäglich. Sport kommt dann noch hinzu, wobei hier vor allem Ausdauer und Beweglichkeit zählt. Kraft ist nicht so wichtig, dafür haben wir ja noch die Physik (Hebelgesetz!). Und ein bisschen Chemie brauchen wir auch hin und wieder.

Mancher weiß nach dem Praktikum, was er auf keinen Fall machen möchte, mancher weiß danach, was er auf jeden Fall machen möchte. Ich selbst hatte vor mittlerweile ziemlich genau 20 Jahren mein Schülerbetriebspraktikum in einem Fahrradladen in Potsdam-Bornstedt absolviert. Dadurch hatte ich zwar einen interessanten Einblick in dir Arbeitswelt bekommen, aber ich hatte immer noch keine Ahnung, was ich nach der Schule mal machen sollte und ob das mit den Fahrrädern überhaupt etwas für mich wäre…

Ruhiger Samstag

Für heute hatten sich nicht so viele Kunden angekündigt, die ihre reparierten Fahrräder abholen wollten. Daher wollte ich eigentlich mein Fahrrad mal durchsehen. Also das Hinterrad ist in Ordnung. Weiter bin ich nicht gekommen. Ich kann mich also nicht beklagen…

Hinterradpartie des Transportrads, ohne Kette, Motorkabel baumelt rum...

Jetzt muss ich es nur noch fertig zusammenbauen, damit ich auch nach Hause fahren kann. Die Kette fehlt noch, die Bremse und die Schaltung müssen noch eingestellt werden, das Motorkabel baumelt auch noch so rum…

Vergessen

Kurz vor Weihnachten hat hier, als ich nicht da war, jemand sein Fahrrad abgestellt und vorbildlich auch angeschlossen. Ganz offensichtlich hat es einen Platten und ich vermute, dass es hier steht, damit wir es reparieren. Nur scheint der Besitzer über Weihnachten und den Jahreswechsel vergessen zu haben, dass er sein Fahrrad noch fertig abgeben wollte. (Es hier abzustellen war ja schon der erste Schritt.) Im Moment stört es ja niemanden und es steht an einem öffentlichen Fahrradständer, so dass wir einfach mal weiter abwarten, wann es dem Besitzer wieder einfällt. Wahrscheinlich spätestens dann, wenn es draußen wieder richtig warm wird…Fahrrad am Anlehnbügel vor dem Laden angeschlossen

Unerwartete Ersatzteilversorgungsprobleme

Man stelle sich mal vor, man würde sich ein Fahrrad für 1000 Euro kaufen, und nach zwei Jahren würde man sicherheitsrelevante Verschleißteile (beispielsweise Bremsbeläge) nicht mehr bekommen. Da wär aber was los… Aber: Keine Angst, wir haben sogar noch Beläge für Stempelbremsen, und die werden schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr verbaut.

Nun verlassen wir mal die Fahrradbranche. 2016 habe ich für den Laden ein Tablet (Samsung Galaxy Tab S 10.5, weil es so ein schön großes Display hat) gekauft. Da ist ein Betriebssystem namens Android drauf. So ein Betriebssystem nutzt sich in der Hinsicht ab, dass mit der Zeit immer wieder Sicherheitslücken gefunden werden, das System also immer unsicherer wird. Um es wieder sicher zu bekommen, stellt Google, von denen Android ja kommt, mittlerweile monatlich Updates zur Verfügung. Aber die kommen auf den Geräten offenbar nicht an. Mit Schrecken habe ich gestern festgestellt, dass mein Tablet auf dem Sicherheitsstand von 2016 ist, weil Samsung die Updates nicht an alle seine Geräte anpasst und weitergibt. Und das scheint offenbar bei vielen Smartphone-Herstellern gängige Praxis zu sein. Um wieder auf das Fahrradbeispiel zurückzukommen: Das Tablet (Modelljahr 2014, gekauft 2016) fährt sozusagen seit kurz nach dem Kauf mit abgenutzten Bremsen – und der Hersteller stellt keine Ersatzteile (sprich: Updates) zur Verfügung. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, muss man also zusehen, dass man ein Gerät kauft, das möglichst neu auf dem Markt ist und möglichst lange mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Das hätte ich nicht erwartet. Unerwartete Ersatzteilversorgungsprobleme weiterlesen

erfüllte Prophezeiung

Gestern hat der erste Kunde bei dem Versuch, sein Fahrrad in den Laden zu bugsieren, sein Vorderrad gegen die zwei Tage zuvor eingebaute neue Scheibe gerammt.

frische Kratzer auf der Schutzfolie der neuen Scheibe

Es wäre ärgerlich, wenn jetzt die zwei Tage junge Scheibe zerkratzt wäre. Aber mit der Schutzfolie, die irgendwas zwischen 20 und 30 Euro gekostet hat, lebt es sich doch viel entspannter. Und wenn sie irgendwann zu sehr zerkratzt ist, wird sie einfach ausgetauscht.

Das war wieder mal gut investiertes Geld. Ich bin ja auch blöd… freu mich über einen Kratzer, weil er auf der Folie und nicht auf der Scheibe ist… ;)

Tür repariert

Eigentlich sollte es Anfang des Monats schon passiert sein, aber der Zulieferer hatte die Scheibe nicht rechtzeitig liefern können. Also gingen heute früh zwei Mitarbeiter des Unternehmens Kroll Bauelemente, das mein Vermieter früher schon für andere Arbeiten an diesem Gebäude beauftragt hatte,  ans Werk, um meine Ladentür zureparieren. Ich habe derweil einen Ausflug mit Fahrrad und Anhänger nach Kleinbeeren gemacht, um ein Fahrrad von einem Kunden abzuholen. Als ich wieder zurück war, war alles wieder in bester Ordnung: Die beim Einbruch Ende Oktober 2017 zerstörte Scheibe ist ersetzt und die Tür gerichtet, so dass sie auch wieder sauber schließt.

Damit nicht aus Versehen jemand durch die Tür tritt, weil er das neue Glas nicht sieht, habe ich erstmal ein Werbeplakat aufgehängt. Und damit unvorsichtige Menschen die neue Scheibe nicht mit ihren Vorderrädern zerkratzen, wenn sie ihre Fahrräder in den Laden busgieren, habe ich noch eine Kratzschutzfolie von außen angebracht. Die vorherige Scheibe sah ja dadurch, dass sie jahrzehntelang von verdreckten Fahrradreifen malträtiert wurde, schon ein wenig wie Milchglas aus. Muss ja nicht gleich wieder so werden.