Archiv der Kategorie: Allgemein

Erfolgreiche Zahlungserinnerung

Es kommt (selten) mal vor, dass Kunden eine Rechnung bekommen, die sie erst innerhalb von zwei Wochen bezahlen müssen. Das klappt in der Regel sehr gut, so dass ich mir noch kein effektives Mahnwesen aufbauen musste. Letztens musste ich aber feststellen, dass ein Unternehmen eine Rechnung nach ein paar Wochen noch nicht bezahlt hatte. Also setzte ich mich an meinen Schreibtisch, um eine Zahlungserinnerung zu verfassen. Diese ging dann auf den Postweg und ein paar Tage später war das Geld auf meinem Konto. Hat also funktioniert.

Am gleichen Tag landete aber auch der Umschlag mit der Zahlungserinnerung wieder auf meinem Schreibtisch.

Einschreiben, das wegen fehlerhafter Adresse nicht zugestellt werden konnte
Nicht angekommene Zahlungserinnerung

Ich hatte aus irgendeinem Grund zwar die richtige Straße, aber den falschen Ort angegeben. Hat aber trotzdem geklappt.

Praktikumssaison ausgebucht

Von Ende Oktober bis Ende Februar ermöglichen wir Schülern, ihr Schülerbetriebspraktikum bei uns durchzuführen. In dieser Zeit haben wir in der Regel nicht ganz so viel zu tun, wie den Rest des Jahres, so dass wir uns dann auch in bisschen um die jungen Leute kümmern können. Und es kommt dann auch schon mal vor, dass sich das Praktikum nicht nur um Fahrräder dreht, sondern auch mal ein bischen Ladenbau oder so dabei ist, wenn ich mal wieder etwas im Laden oder im Lager verändern möche. Das schaffe ich nämlich auch nur in der etwas ruhigeren Zeit.

Bis Ende Februar 2018 sind wir nun aber schon „ausgebucht“. Ich musste sogar schon einen Interessenten abweisen, weil es in meinem kleinen Laden nicht sinnvoll machbar ist, zwei Schülerbetriebspraktikanten gleichzeitig unterzubringen.

Dann schauen wir mal, wie sich die Schüler so anstellen, und hoffen, dass wir ihnen einen interessanten Einblick in die Arbeitswelt geben können.

 

Kinderfahrräder und die StV(Z)O

Sowohl bei der Endmontage von Fahrrädern als auch bei Inspektionen arbeiten wir mit Checklisten, die auf den Checklisten der Fachverbände (Bundesinnungsverband für das Zweiradmechaniker-Handwerk BIV, Verband des Deutschen Zweiradhandels VDZ, Zweirad-Industrie-Verband ZIV und Verbund Service und Fahrrad VSF) basieren. Der erste Punkt auf diesen Checklisten lautet immer:

Fahrrad entspricht StVZO: Ja / Nein

Und es gibt eine Gruppe von Fahrrädern, bei denen wir immer unbesehen „Ja“ unterstreichen und „Nein“ durchstreichen. Aus einem ganz einfachen Grund:

(…) Kinderfahrräder (…) sind nicht Fahrzeuge im Sinne dieser Verordnung. (§ 16 Abs. 2 StVZO)

Bremsen, Klingel und Licht werden zwar später im Protokoll noch geprüft, aber am Kinderfahrrad ist im Sinne der StVZO erstmal egal, ob diese Teile verbaut sind, in welchem Zustand sie sich befinden und ob überhaupt sie zugelassen sind. Das wäre dann auch der Grund dafür, dass an Kinderfahrrädern kleiner als 20″ in der Regel keine Lichtanlage verbaut ist, abgesehen davon, dass sie dadurch leichter sind und weniger kosten können.

Ich vermute übrigens, dass man, wenn man 10 Jahre oder älter ist, ungestraft einen Fußweg befahren darf, wenn man ein Kinderfahrrad benutzt, denn:

(…) Kinderfahrräder (…) sind nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend. (§ 24 Abs. 1 StVO)

Sieht halt nur etwas albern aus.

Geh ma nach Hause

Der Mann mit dem Klemmbrett war wieder da. Nach seinem letzten Besuch im letzten Jahr, habe ich einige Male Post von der Gema bekommen, die mir einen Vertrag überhelfen wollten, obwohl ich doch in meinem Laden während der Öffnungszeiten nur Gema-freie Musik im Hintergrund rumdudeln lasse (und das eigentlich auch nur für die Werkstatt, aber der Schall breitet sich halt noch ein bisschen weiter aus). Dieser Einwand per Antwort-Rückumschlag wurde ignoriert und ich bekam wieder Post. Die Klarstellung per Einschreiben (wenn ich mich richtig erinnere sogar mit Rückschein) wurde ignoriert und ich wurde ein drittes Mal aufgefordert, einen Vertrag zu unterzeichnen, den ich nicht brauche. Erst nachdem ich eine e-Mail an die Gema geschickt hatte, war dann Ruhe.

Der „Kundenberater“ hat davon nichts mitbekommen. Er wirkte etwas überrascht, dass ich kein Radio in der Werkstatt stehen habe und dass die Musik aus dem Computer nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gema fällt. Diesmal hat er sich aber sogar eine entsprechende Notiz auf seinem Klemmbrett gemacht.

Vielleicht war es ja auch ein Kontrollbesuch. Wer weiß…

Unscheinbar

Vor einigen Wochen kam ein Kunde mit dem Anliegen zu mir, sich individuell ein Fahrrad zusammenbauen zu lassen. Er hat mir eine Liste mit seinen Anforderungen und Vorstellungen gemacht, ich habe das in eine Teileliste übersetzt und dann erstmal angefangen, einen passenden Rahmen zu suchen. Heute haben wir das wichtigste Paket für dieses Projekt bekommen. Inhalt: der Fahrradrahmen.

Schwarzer Rahmen auf Luftpolsterfolie
Unscheinbare Grundlage

Der Rahmen sieht erstmal unspektakulär aus. Es war aber nicht so leicht, einen Stahlrahmen zu finden, der für eine Rohloff-Nabenschaltung und Riemenantrieb geeignet ist und dann auch noch breite 28″-Reifen verträgt und für Scheibenbremsen ausgelegt ist. Für schmale Reifen und Felgenbremsen hatte ich schneller etwas passendes gefunden.

Einige Teile, die hier verbaut werden sollen, liegen schon im Lager oder sind noch auf dem Weg zu uns. Die restlichen Teile, bei denen ich noch nicht wusste, in welcher Variante sie zu diesem Rahmen passen würden, kann ich jetzt auch noch bestellen. In jedem Fall freue ich mich schon ganz besonders darauf, dieses Fahrrad aufzubauen.

Sonstige Vorschriften für Fahrräder nach StVZO

In Ergänzung zu den Beiträgen über die neuen Vorschriften für Fahrradbeleuchtung möchte ich noch kurz auf die wenigen weiteren vorgeschriebenen Bauteile bzw. Baugruppen eingehen. Und das ist recht schnell abgehandelt.

Zunächst heißt es in § 64a StVZO:

Fahrräder und Schlitten müssen mit mindestens einer helltönenden Glocke ausgerüstet sein; ausgenommen sind Handschlitten. Andere Einrichtungen für Schallzeichen dürfen an diesen Fahrzeugen nicht angebracht sein. An Fahrrädern sind auch Radlaufglocken nicht zulässig.

Man muss also mindestens eine Klingel (ugs. für „helltönende Glocke“) am Fahrrad haben. Man kann natürlich auch, wenn man genug Platz findet, eine ganze Klingel-Tonleiter installieren. Hupen oder so sind nicht erlaubt. Übrigens habe ich, obwohl es fachlich vollkommen korrekt wäre, noch nie erlebt, dass jemand in den Laden kommt und fragt: „Ey, sach ma, wo habt ’n ihr die Glocken?“

Weiter hinten, aber noch vor den lichttechnischen Einrichtungen, findet man in § 65 Abs. 1 Satz 2 StVZO:

Fahrräder müssen zwei voneinander unabhängige Bremsen haben.

Einen Satz vorher findet man noch den Hinweis, dass Bremsen die Fahrbahn nicht beschädigen dürfen. Wurfanker oder ähnliches sind also nicht erlaubt.

Und damit hätten wir es auch schon. Mindestens zwei Räder, Muskelkraftantrieb per Pedale oder Handkurbel, helltönende Glocke, zwei Bremsen, ein bisschen Licht, mehr muss nicht. Ganz simpel. Und das Gerücht, das sich insbesondere bei Fahrradprüfungen in der Schule hartnäckig hält, Schutzbleche oder gar ein Ständer wären vorgeschrieben, entbehrt jeglicher Grundlage.

Ausgefallener Scheinwerfer

In den Monaten Oktober bis Dezember ist der Anteil der Kunden, die einen Defekt an der Lichtanlage haben, immer recht hoch. Und mit fortschreitender Verbreitung der LED-Technik ist auch immer seltener defektes elektrisches Obst (Glühlampe) dafür verantwortlich, so dass die Fehlersuche nicht immer ganz einfach ist. Letztens hatte ich mal wieder ein Fahrrad vor mir, bei dem an einer Nabendynamo-Lichtanlage zwar das Rücklicht, aber nicht der Scheinwerfer leuchtete. Bei einem LED-Scheinwerfer ist das in der Regel ein Hinweis auf einen Elektronik-Defekt und damit ist fast immer der Austausch des Scheinwerfers nötig. Bei genauerer, also wirklich sehr genauer Betrachtung bot sich mir folgendes Bild:

Abgefallene LED und tote Ameise hinter Glas im Scheinwerfer
abgefallene LED und tote Ameise

Am unteren Rand des Reflektors (nicht zu verwechseln mit dem Rückstrahler) lag im Scheinwerfer, also hinter dem (Kunststoff-)Glas die LED, die offenbar von der Leiterplatte im oberen Teil des Scheinwerfergehäuses abgefallen war. Und daneben: eine tote Ameise. Ob die Ameise die LED abgebaut hat und dabei einen tödlichen Stromschlag erlitt, oder ob sie von der herabfallenden LED erschlagen wurde oder etwas ganz anderes passiert ist, und wie sie überhaupt dort hinein gelangt ist… wir werden es nie erfahren.

Der Scheinwerfer wurde gegen einen besseren ausgetauscht. Wir hätten den Scheinwerfer vielleicht öffnen und auch wieder verschließen können, auch wenn das bei LED-Scheinwerfern nicht vorgesehen ist, aber für das Anlöten einer solch kleinen LED sind wir nun wirklich nicht ausgerüstet.

M. Schoppein

Mein Vermieter stand letztens in der Tür, offenbar auf der Suche nach einem Paket, denn er hatte einen dieser Benachrichtigungszettel eines Paketdiensts in der Hand. Er fragte, ob wir jemanden mit dem Namen Schoppein in der Nachbarschaft kennen würden. Ich verstand „Chopin“ und dachte erst, er würde sich mal wieder einen seiner kleinen Scherze erlauben, bevor er zu seinem eigentlichen Anliegen käme. Aber tatsächlich war der Name, den der Zusteller an die Stelle gekritzelt hatte, wo vermerkt wird, wo das Paket zugestellt wurde, mit Mühe als „M. Schoppein“ zu entziffern.

Uns blieb nichts weiter übrig, als ihn auf die Suche zu schicken, da wir es selbst nicht wussten. Ich erlaubte mir noch den Scherz, er möge doch mal im Schuppen (den es auf dem Gelände nicht gibt) nachsehen.

Keine fünf Minuten später war er wieder da. Mit dem Paket in der Hand – und der Auflösung: Ein Handwerker, der auf dem Hof zu tun hatte, hatte das Paket entgegengenommen. Der schlecht deutsch sprechende Zusteller fragte, was er aufschreiben solle, und bekam die Antwort: „Im Schuppen.“

Das Paket lag in einer Garage.