Neue Beleuchtungsvorschriften – Teil 3

Nach dem Alterhergebrachten im ersten und den Neuerungen im zweiten Teil, soll es heute im letzten Beitrag zu den Änderungen der StVZO bezüglich lichttechnischer Einrichtungen an Fahrrädern um Vorschriften für Sonderformen von Fahrrädern und um Fahrradanhänger gehen.

Neuerdings gibt es Vorschriften, die für Fahrräder gelten, die breiter als 1000 Millimeter sind. Diese müssen erstens jeweils zwei Rückstrahler nach vorn und hinten haben, die maximal einen Abstand von 200 mm zur rechten bzw. linken Außenkante des Fahrzeugs haben dürfen. Zweitens müssen mindestens zwei Scheinwerfer und zwei Rückleuchten verbaut werden. Wer also mehr als zwei Scheinwerfer an sein Fahrrad bauen möchte, braucht ein Lastenrad oder ein Fahrrad mit Beiwagen. Möglicherweise reicht auch ein sehr, sehr breiter Lenker.

Ist ein Fahrrad dann auch noch breiter als 1,8 Meter, gelten für die Anbringung der lichttechnischen Einrichtungen die Anbauvorschriften für PKW gemäß Regelung Nr. 48 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa über einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Fahrzeugen hinsichtlich des Anbaus der Beleuchtungs- und Lichtsignaleinrichtungen. Diese sind ziemlich umfangreich. Die deutschsprachige PDF-Datei hat 107 Seiten und ich habe sie nur ganz kurz überflogen. Abschnitt 6 (besondere Vorschriften) ist wahrscheinlich der, auf den sich die StVZO hier bezieht, und in diesem sind dann auch viel mehr lichttechnische Einrichtungen beschrieben, als am Fahrrad vorgeschrieben sind. Da Fahrräder mit mehr als 1,8 Meter Breite sehr selten sind (Conference-Bikes vielleicht?), mache ich mir jetzt nicht die Mühe, da weiter ins Detail zu gehen.

Fahrtrichtungsanzeiger (umgangssprachlich „Blinker“) sind nun am Fahrrad auch endlich erlaubt, aber nur an mehrspurigen Fahrrädern oder wenn die Handzeichen des Fahrers durch einen Aufbau verdeckt werden. Also wurde auch hier eine Regelung getroffen, die auf Lastenräder zugeschnitten ist, aber auch bei gewöhnlichen Dreirädern und bei z.B. vollverkleideten Liegerädern Anwendung findet.

Und nun kommen wir zu den Anhängern. Nachdem die Fahrradanhängerszene seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, rätselt, welche Vorschriften es für Fahrradanhängerbeleuchtung gibt, gibt es nun endlich einen eigenen Paragraphen dafür: § 67a StVZO

Auch für Fahrradanhänger gilt, dass nur vorgeschriebene, bauartgenehmigte (also mit K-Nummer versehene) lichttechnische Einrichtungen verwendet werden dürfen. Anhänger mit einer Breite von maximal 1000 Millimetern dürfen eine Leuchte für weißes Licht vorn, Fahrtrichtungsanzeiger (ugs. Blinker), eine weitere rote Leuchte hinten und/oder zwei rote, nicht dreieckige Rückstrahler (rot) hinten mit maximal 200 Millimeter Abstand zur rechten bzw. linken Außenkante haben.

Für Fahrradanhänger, die ab dem 01.01.2018 in Verkehr gebracht werden, gilt außerdem: Anhänger breiter als 600 Millimeter müssen zwei weiße Rückstrahler vorn (maximal 200 Millimeter von der Außenkante entfernt) haben, bei Anhängern über 1000 Millimeter Breite ist sogar eine weiße Leuchte vorn vorgeschrieben. Alle Anhänger müssen auch mit zwei Z-Rückstrahlern hinten ausgestattet sein, auch hier maximal 20 cm Abstand von der Außenkante). Anhänger breiter als 600 Millimeter müssen mit einem roten Rücklicht links versehen werden. Wenn sie schmaler sind, ist das Rücklicht nur vorgeschrieben, wenn mehr als 50% der leuchtenden Fläche des Fahrradrücklichts verdeckt sind. Zur Seite gelten die Vorschriften analog zum Fahrrad (weiß retroreflektierender Ring oder Speichen/Speichenhülsen oder gelbe Speichenstrahler). Wie gesagt, gilt dieser Absatz erst nächstes Jahr.

Damit wären wir jetzt durch mit dem Thema. Da wir ja auch Fahrradanhänger (sowohl für den Kinder-, als auch für den Lastentransport) verkaufen, bin ich gespannt, wie die Hersteller (in unserem Fall croozer und hinterher) die neuen Vorschriften umsetzen werden.

Eine Kleinigkeit habe ich mir noch für den Schluss aufgehoben. „Früher“ hieß es ja, der Rückstrahler vorn bzw. einer hinten darf im Scheinwerfer bzw. Rücklicht integriert sein. Heute heißt es ganz allgemein:

Lichttechnische Einrichtungen dürfen zusammengebaut, ineinander gebaut oder kombiniert sein, mit Ausnahme von Fahrtrichtungsanzeigern. (§ 67 Abs. 2 Satz 5 StVZO, § 67 Abs. 5 StVZO)

Das Ende des Jahres…

…kündigt sich an. Ich bin immer wieder positiv überrascht, dass jemand vom Krafthand-Verlag jedes Jahr im Oktober bei mir anruft, um meine Bestellung über einen Terminkalender für das nächste Jahr entgegenzunehmen. Es ist der einzige Artikel, den ich dort bestelle – und inklusive Umsatzsteuer und Versand ist das ein Bestellwert von unter 30 Euro. Und der Anruf kommt immer vor dem Tag, an dem die Bestellerinnerung in den Kalender eingebaut ist.

Krafthand-Terminkalender 2018 und Jahresübersicht
Ab sofort können wir Termine für 2018 annehmen.

Neue Beleuchtungsvorschriften – Teil 2

Nachdem ich im ersten Teil die Dinge beleuchtet habe, die geblieben sind, werde ich nun die Neuerungen in § 67 StVZO mit Stand 01.06.2017 beschreiben. Um eines vorweg zu nehmen: Wir werden künftig noch öfter zu hören bekommen, dass früher alles einfacher war, denn die „Gängelei“ mit 6V 3W und Mitte des Lichtkegels nach zehn Metern auf dem Boden hat ein Ende. Außerdem kommen neue Möglichkeiten hinzu. In meinen Augen wird damit anerkannt, dass es sich beim Fahrrad um ein vollwertiges Fahrzeug handelt, und es wird dem technischen Fortschritt Rechnung getragen. Manche Dinge, die neuerdings laut StVZO erlaubt sind, werden dem ein oder anderen bekannt vorkommen, weil sie dank Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts auch jetzt schon zulässig sind. Und diese ist, wie schon in Teil 1 geschrieben, auch für die neuerdings erlaubten lichttechnischen Einrichtungen nötig.

Zunächst einmal muss die Lichtanlage weiterhin von Lichtmaschine (Dynamo), Batterien oder Akku mit Energie versorgt werden, neuerdings ist aber auch eine Kombination daraus möglich, und es gibt (wie oben erwähnt) keine vorgeschriebene Leistung und auch keine vorgeschriebene Spannung mehr, solange sie sich mit den verwendeten lichttechnischen Einrichtungen verträgt. Außerdem entfällt die Vorschrift, wonach abnehmbare Leuchten immer mitzuführen sind. Sie müssen aber bei entsprechenden Sichtverhältnissen (Dämmerung, Dunkelheit, Nebel, Starkregen, Tunnel usw.) angebracht werden.

Seit 01.06.2017 sind nun auch zwei Scheinwerfer „für weißes Abblendlicht“ erlaubt. Scheinwerfer dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Weitergehende Vorschriften zur Scheinwerfereinstellung gibt es nicht mehr. Neuerdings sind Tagfahrlicht und Fernlicht erlaubt, entweder automatisch oder manuell umzuschalten. Analog dazu dürfen Rücklichter nun eine echte Bremslichtfunktion haben. Der Umweg über die Frequenz des Nabendynamos, den z.B. Busch und Müller bislang gegangen ist, ist damit nicht mehr unbedingt nötig. Bei einer Dynamo-Lichtanlage müssen Scheinwerfer und Schlussleuchte gemeinsam einzuschalten sein. Ist die Beleuchtung beim Pedelec mit dem Antriebsakku gekoppelt, muss dieser, wenn die Energie für die Motorunterstützung nicht mehr ausreicht, noch für mindestens zwei Stunden die Beleuchtung  mit Strom versorgen können. Alternativ kann auch der Motor als Lichtmaschine fungieren.

zwei übereienander montierte Scheinwerfer an einem Fahrrad
Jetzt erlaubt: zwei (zugelassene) Scheinwerfer an einem Fahrrad

Drei Neuigkeiten zu Rückstrahlern gibt es auch noch. Erstens enthalten die Vorschriften nun auch den weiß retroreflektierenden Streifen auf der Felge oder weiß retroreflektierende Speichen bzw. Speichenhülsen, wobei jede Speiche reflektrieren bzw. mit einer reflektierenden Hülse ausgestattet sein muss. Zweitens entfällt der kleine rote Rückstrahler, der bislang meist auf dem Schutzblech angebracht war. Und drittens sind nun auch zusätzliche gelbe Rückstrahler an den Seiten zulässig.

Zuletzt sind dann noch die Anbauhöhen für Scheinwerfer und Rückstrahler vorn (jeweils 400 bis 1200 mm) und Schlussleuchte und Rückstrahler hinten (jeweils 250 bis 1200 mm) geregelt.

Neben all diesen Neuigkeiten gibt es noch eine Überraschung: Erstmals wird in der StVZO definiert, was ein Fahrrad ist:

Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug mit mindestens zwei Rädern, das ausschließlich durch die Muskelkraft auf ihm befindlicher Personen mit Hilfe von Pedalen oder Handkurbeln angetrieben wird. (§ 63a Abs.1 StVZO)

Damit wären dann auch Tret-Trecker, Tretautos, Kettcars usw. Fahrräder. (Der zweite Absatz definiert dann noch das bis 25km/h elektromotorunterstützte Pedelec als Fahrrad.)

Soviel erstmal zu den Neuerungen, die jedes Fahrrad betreffen. Um besondere Fahrradtypen und um Fahrradanhänger wird es dann in der nächsten Woche gehen.

Aufgeräumt

Eigentlich wollte ich den Tag heute anders verbringen, aber leider hatte jemand in der Nacht die blöde Idee, die untere Scheibe an meiner Eingangstür gewaltsam zu öffnen und den Laden außerhalb der Öffnungszeiten zu betreten. So wurde ich durch einen Anruf am Vormittag vom gemütlichen Sofa gerufen und hatte in der Folge einen etwas anderen Arbeitstag.

Es ist Geld entwendet worden. Ob es viel oder nicht viel ist, hängt davon ab, welchen Maßstab man anlegt. In jedem Fall haben wir hart dafür gearbeitet. Und das finde ich sehr ärgerlich, vorsichtig formuliert. Möge derjenige, der das Geld jetzt hat, keine Freude daran haben.

Es wurden Schlüssel entwendet. Also haben mein Vermieter und ich heute insgesamt vier Schließzylinder ausgetauscht.

Es war ziemlich unordentlich im Laden. Also habe ich wieder aufgeräumt. Und zu allererst hat mein Vermieter mir geholfen, das Loch in der Tür zuverschließen. Jetzt kann man nicht mehr hindurchsehen, aber man kann auch nichts hindurchwerfen.

Zerstörte Scheibe in der Tür mit Platte verschlossen
Loch in der Tür verschlossen, Schließzylinder ausgetauscht

Wie es aussieht, wurden keine Waren entwendet. Und vermutlich ist der Schaden an der Tür und durch den notwendigen Tausch der Schließzylinder und Vorhänge- bzw. Fahrradschlösser höher als der Schaden durch das entwendete Geld. Das finde ich um so ärgerlicher.

Glücklicherweise ist sämtliche Technik, die wir für die tägliche Arbeit brauchen, noch vorhanden und unbeschädigt. Daher gehe ich mal davon aus, dass es wirklich nur um Geld ging. Dann werden wir mal sehen, was die Versicherung morgen sagt.

Ausgehend von der Annahme, dass der Einbruch in der Nacht stattgefunden haben wird, finde ich es etwas seltsam, dass erst gegen 10 Uhr jemand die Polizei gerufen hat. Daher vielen Dank an denjenigen, der dann die Polizei verständigt hat, und an denjenigen, der den Beamten vor Ort meine Handynumer gegeben hat.

Falls jemand etwas beobachtet oder gehört hat, was in Zusammenhang mit dem Einbruch stehen kann, möge er es uns oder der Polizeiwache Teltow bitte mitteilen.

Urlaubsgrüße

Ein Stammkunde hatte mir im Sommer am skandinavischen Ziel seines Fahrradurlaubs eine Postkarte geschrieben. Wie das manchmal so ist, kam er nicht dazu, sie abzuschicken. Irgendwann später erhielt ich sie dann, verpackt in einen Umschlag, abgeschickt im tiefsten Süden Deutschlands. Mit darin lag ein Notizzettel im Design einer Banknote „Fünf Deutsche Mark“ von vor über 35 Jahren. Natürlich habe ich mich dafür artig bedankt…

Notizzettel "5 Deutsche Mark" und "100 €"
Kein echtes Geld, nur Notizzettel

…mit einer Antwort auf einem Notizzettel mit dem Aussehen eines 100-Euro-Scheins.

Neue Beleuchtungsvorschriften – Teil 1

Am 1. Juni 2017 sind Änderungen der StVZO in Kraft getreten, die endlich die rechtlichen Anforderungen an Fahrradbeleuchtung dem derzeitgen Stand der Technik anpassen und darüber hinaus auch neue Möglichkeiten bieten. Gleichzeitig wurden die seltsamen Regelungen der vorherigen Änderung entfernt.

Aber zuerst einmal das, was geblieben ist. Die spannenden Sachen kommen dann später Nach wie vor muss jede lichttechnische Einrichtung (Leuchten, Lichtmaschine, Rückstrahler…) bauartgenehmigt werden, d.h. die Teile müssen vom Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen sein, was an dem an der lichttechnischen Einrichtung angebrachten Symbol aus einer Wellenlinie, gefolgt vom Buchstaben „K“ und einer Zahl zu erkennen ist. Blinkende Leuchten sind nach wie vor nicht erlaubt.

Pedalrückstrahler sind weiterhin vorgeschrieben. Je ein gelber nach vorn und nach hinten wirkend an jedem Pedal. Gelbe Speichenstrahler sind weiterhin vorgeschrieben (mindestens zwei gleichmäßig verteilt pro Rad), oder weiße retroreflektierende Streifen an den Reifen. Der rote „Großflächenrückstrahler mit Z-Kennzeichnung“, jetzt als Rückstrahler der Kategorie „Z“ bezeichnet, bleibt ebenso wie ein weißer Rückstrahler vorn. Dazu noch ein Scheinwerfer und ein Rücklicht, wahlweise mit Dynamo oder Batterien/Akkus betrieben, schon ist das Fahrrad fertig ausgestattet.

Das war der übersichtliche, unveränderte Teil. Neuigkeiten gibt es im nächste Woche, zum Beispiel mit der Klärung der Frage, was denn eigentlich ein Fahrrad ist.

Nur Fassade

Eigentlich ist es ja „nur“ die Fassade, aber gleichzeitig ist es das erste, was man vom Laden sieht. Und jetzt sieht es auch endlich mal gut aus. Schon bei den ersten Gesprächen darüber, dass ich hier gern meinen Fahrradladen eröffnen würde, war ich mir mit meinem Vermieter darüber einig, dass an die Fassade mal frische Farbe gehört, zumal der letzte Anstrich schon einige Jährchen zurück lag. Wir wollten aber erstmal die damals unmittelbar bevorstehende Sanierung der Potsdamer Straße abwarten. Außerdem haben wir lange überlegt, wie man eventuellen Schmierereien, wie sie ja in der Vergangenheit durchaus vorgekommen sind, vorbeugen könnte. Letztlich ist dann ein Maler auch noch abgesprungen („zu viel zu tun“).

Mitte Juli diesen Jahres war es dann endlich so weit: Bei schönem Sommerwetter haben Malermeisterin Meier und ihre Mitarbeiter die Fassade gereinigt, Vorschläge zur Gestaltung gemacht, gespachtelt, abgeklebt, grundiert und zum Schluss alles schön angestrichen. Es kann sich sehen lassen!

frisch gestrichene Fassade
frisch gestrichene Fassade

Anbei noch eine kleine Chronologie der Ereignisse und ein paar Details: